Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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lieh, wenn sie nicht mit stürmen begleitet sind : denn die Deiche liegen weit höher»als die gewöhnlichen Elulhen steigen. Ja, die stürme treiben das Meer mehrererluthperioden hinter einander gegen das Gestade an, und beständig weit über die Hoheder sqringfluthen hinaus, wie wir aus den vorstehenden Beobachtungen sehen. Selbstvon der stärke des Küstenwindes sind wir nicht berechtigt, auf die stärke des Win-des auf dem offenem Meere — zu urtheilen. Gewisse Beobachtungen können indes-sen den Strandbewohner zur Warnung dienen: wenn z. b. der südwind sich schnellnach Nordwest dreht, so entsteht längs der holländischen miste fast immer Sturm.Tritt dieser nun in den Aequinoctial - und solstizial - Zeiten oder wenn der Mond inder Erdnähe steht, ein; so ist um so gewisser eine ausserordentliche hohe Fluth zubefürchten. Wir sehen also, dafs sich über die zu erwartenden Erhebungen desMeeres , gegen die Küsten, nie eine genaue Berechnung wird anstellen lassen. Nochweniger läfst sich wohl a priori die Hohe derselben bey mehreren KÜstenpuncten zu-gleich bestimmen. Wie unregelmäfsig ist nicht das Bett derer auf unsenn Planetenbefindlichen Meere, wie mannigfaltig ist nicht die Figur der Küsten, derer davor lie-genden Bänke und Rifs, so wie die Mündungen der Meerbusen ? Wer kann wohl diewassermenge bestimmen, welche von den Meerbusen und den kleinern Meeren ausdem grofsen ocean bey diesem oder jenem winde, bey dieser und jener Frhebungs-höhe des oceans, während sechs stunden, eingeschlürft wird? Mit welcher Geschwin-digkeit dieses geschieht, und um wie viel diese Geschwindigkeit in der Meerenge, —in dem Meerbusen —■ accelerirt werden müsse, um das Wasser zu dieser oder jenerHöhe zu heben ? Läfst sich der Einflufs der Meerbusen auf das steigen und Fallendes Meeres in der Nähe ihrer Mündungen selbst dann bestimmen, wenn man dieGröfse des durch diese Mündungen strömenden Volumens berechnet hätte ? Kennenwir wohl die Einwirkung der cohäsion des Wassers auf seine Bewegung längs derKüste ? Nehmen wir alles dieses zusammen , so dürfte der Gelehrte auch hier ge-stehen müssen: dafs er von Naturerscheinungen, die so mannigfaltigen Abwechselun-gen unterworfen sind, als die Fluth es ist, nur einige einzelne Momente, mit Hülfe derErfahrung und der Theorie, angeben könne; und dafs er es nie dahin bringen dürfte,selbst die zeit der hohen sturinfluthen zu bestimmen: dafs die neuern Gelehrten un-g eachtet ihrer Bemühungen über den Gang dieses Phänomens noch vieles unentwickeltgelassen haben (x). Wenn wir also schon durch die genaue uebereinstimmung zwi-schen den Bewegungen der sonne und des Mondes und dem periodischen Erheben desMeeres es wissen : dafs dieses von dem stände dieser beyden weltkörper und demder Erde abhängt, so kennen wir doch viel zu wenig den Gang der oscillation desWeltmeeres, um die Berechnung einer oscillationscale, welche dic f uühc der Erhebung

längs den Küsten angeben könnte, zu verfertigen. Es ist also in jedem Betracht zu

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(x) Belidor Ar eh, Hydr, j, p, r. % p. j hat fast dasselbe gesagt, was man jetzt für neu ausgiebt«