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rechte wasserwand schiebt also die andere fort, wenn, der RÜckwallendestrom eineueberwucht über den rlufs ström erhalten hat, dafs ist, wenn jedes seewärts gelegenesenkrechte profil in gleichen Zeiträumen eine gröfsere wassermenge des rluth - oderKÜckwallendenstromes durchläfst, als jedes profil des ilufsstromes. Hieraus folgt aberkeineswegs, dafs die Geschwindigkeit in seinem Querschnitte, in allen verticalen des-selben, gleich seyn müsse, sondern sie kann nahe am Boden geringer, als in dernähe der Oberfläche seyn. Auf diese weise kann man sich die Bewegung eines RÜck-wallendenstromes ondulirend gedenken. Wirklich sieht man auch, wenn die vor-fluth ankömmt — wenn sie die Ueberwucht über den Flufsslrom erhält, und also ei-nen Rückwallendenstrom in dem wasscr hervorbringt — eine wellenartige oder on.dulkende Bewegung an der Oberfläche. So kann also ferner die ondulirende Wirkungsich schnell in den Strom verbreiten, ohne dafs gerade das wasser oder der Stromselbst mit grofser Geschwindigkeit aufgetrieben wird. Daher ist es denn auch bey demAmazonen - Elufs (bey dessen überaus grofser Mündung , bey der wahrscheinlich ge-ringen Neigung des rlufsstromes und bey dem geringen Abhange seines Bettes) mög-lich - dafs der rückwallende ström 200 Seemeilen aufsteigt. Es bedarf also da keineryluthwellen, die wieder Ebbewellen nothwendig machen würden, und dann hättenwir in einem und demselben Flusse mehrmahlen abwechselnd, zugleich Fluth undEbbe, nämlich, wenn wir ihm nicht eine ungeheuere Geschwindigkeit zugestehen wol-len. Davon ist, so viel ich weifs, bis jetzt aber noch keine Beobachtung bekannt.
$. Q 3 . Da wo also die aröfse des in der Mundung einströmenden ldulkstromesden Druck, womit er gegen den xlußstrom wirkt, bestimmt, so beruht es auf dieGröfse der Mundung, oder ihres Profils, d. i. ihrer liefe und Breite, wie weit derRÜckwallendestrom aufwärts geschoben werden kann. Will man also diesen Stromweiter landwärts führen, um den Flutfstrom zur zeit der Ebbe selbst zu verstär-ken ; die Tiefe zu vermehren ; und die Fahrbarkeit zu verbessern: so mufs man das pro-fil der Mündung vergrÖfsernl Dieser Satz wird auch, selbst von der Erfahrung, aufsbeste bestätigt : ehemals lief nämlich der RÜckwallendestrom der weser oberhalbBremen ; der von der Elbe oberhalb des zollspickers; der von der waal oberhalbBommel hinauf, und die Mündungen dieser Flüsse waren grofser, als gegenwärtig.Die Maas war (lÖOÖ) neunhundert und sechzig Ruthen weit, und für Kriegsschiffefahrbar 5 gegenwärtig beträgt ihre Breite kaum 420 Ruthen und ihre riefe, bey derEbbe, nicht über 8 rufs. Damals lief der RÜckwallendestrom bis Bommel hinauf;jetzt ist er, selbst beym niedrigen stände der waal, nur bis unter vuuiren (iah.29.) merkbar.
§. 94. Das wasser der rorfiuth kann nicht über das wasser der Nachebben, oderüber das wasser des plufsstromes hinweg gleiten. Wäre diefs, so würde man dem see-wasser über das Flufswasser hin, eine wenig gestörte Geschwindigkeit zugestehenmüssen. Dieser Fall findet aber nicht statt: denn es tritt das seewasser während
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