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einer iiuthzcit, nicht weiter in das Flufsbett hinein, als die mittlere Geschwindigkeitder gesammten Masse es treibt. Auch treten ja nicht 'die obern schichten des Meer-wassers in die Mündung des Flusses allein hinein, sondern die gesammte vor derMündung stehende Meereswand, und diese bewirkt mit ihrem gesammten Druck einenRückwallendenstrom in des Elusses nett, wie wir bereits erklärt haben.
Aus diesen beyden Sätzen, deren Richtigkeit bald noch mehr bestätigt werdenwird, (*) geht also hervor: dafs zwischen Flüssen und Meerbusen, in denen die Flutheinströmt, auch wieder ein wesentlicher Unterschied zu machen sey: denn bey jenenhat der fluthstrom den rlufsstrom zu überwinden; bey diesen findet nur ein ström,entweder der.Fluth - oder der Ebbestrom, statt.
$. Q5* Auch in Meerbusen und Flüssen, in denen die Fluth einströrnt, findenin den engsten stellen die grofsten Tiefen statt §. 36. ; denn die Geschwindigkeit derStröme wird darin gröfser, als in der weiten Bahn, wenn sie gleich nicht mit einemhydraulischen Beharrungsstande wirkt. Dieser stand tritt nämlich bey Flüssen der drit-ten Art niemals ein, wie diefs aus dem Inhalte des 33., 34. und 35 §. zu ersehen ist, unddoch sind die engsten profilweiten allemal mit der gröfsten Geschwindigkeit und den gröfs-ten Tiefen gepaart $. 36. Es versteht sich, wenn unter allen umständen die Geschwin-digkeit so grofs ist, um das Bett auszuhöhlen: denn wo dessen Adhärenz so stark wäre,ist, dafs die fortbewegte Strommasse daran keine Abflächung bewirken kann, da dürfen wirauf eine gröfsere riefe nicht, wohl aber auf eine Zunahme der Geschwindigkeit, rechnen.
$. 9JÖ. Die in Flüssen einstr 'ömende Fluth hat in der Nahe des Flusses - Mündung einepositive, dann eine negative Neigung , dasheifst: des sogenanntenFluthstrom.es , oder ei-gentlich des Ruclnvallendenstromes oherfiäche erhebt sich fIuJ saufirärls. In der That einäusserst auffallendes Phänomen. Es beweifst: dafs, unter gewissen umständen, selbstdie Oberfläche des fliefsenden Wassers steigen könne, nämlich alsdann, wenn ein Stromdem andern begegnet, und der eine Strom über den andern die ueberwucht erhält,welcher Fall bey Flüssen, worin die Fluth einströmt (**), sich ereignet. Diese Naturer-
(*) Auf Autoritäten, die in Hypothesen bestellen, bann ich mich nicht einlassen, also auch nicht auf die.jenige Torstellung, die sich ouglielmini (Deila natura dei riumi c. virr, p. 412.) von der wirkungs-art der fluth in rlüssen macht: denn er hält dafür; „dafs der rluthstrom nicht vermögend sey, daskleinste fluschen, wenn es nur mit hinreichend hohen eiern versehen ist, in seinem Abflüsse zu hem-men; dafs also der rluthstrom Uber den rlufsstrom hinweg gleiten müsse.“ Mit welcher UngeheuernGeschwindigkeit würden wir alsdann die rluth einströmen sehen, wenn sie nach Bossut, sich überden rlufsstrom wälzte? (Dieser druckt sich in seiner nydrodynamique t. ir, p. 288- so aus: ,, 1 ’Eau dela mer remonte avec rapidite et glisse snr celle de la seine a peu pres comrne eile feroit snr un ter-rein uni.“ Ich setze dieser Behauptung auch die bisher angestellten Messungen Uber die Geschwindig-keit des rlathstromes in den Mündungen der Flüsse entgegen, Dafs es nicht allein der obere Theildes Meeres seyn kann, welcher zur rluthzeit in die Mündung der Flusse eintritt, sondern die ge-sammte Masse, bis auf den Boden, geht auch daraus hervor, weil sonst der Druck des rlufsstromesselbst in das Meer hinein, eine der rluth entgegengesetzte Bewegung hervorbringeu miifste,
Im Meere und längs dem Gestade ist die rluth mit dem Begriff vom steigen verbunden; da wirkenaber auch die anziehenden Kräfte der Himmelskörper und der widerstand des Gestades,