Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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rinne die Wassermassen gegen einander. Da nun das Meer stärker auf dieses Gatwirkt, als die Masse des ebbenden Maarsdieps: so läuft das wasser aus der See hin-ein, wenn es atis dem Schulpengat und Landsdiep bereits if stunde ausgelaufen ist;daher ist denn die verebbe vorzüglich der westlichen und die volle Fluth der nörd-lichen Seite von der helderschen Küste gefährlich. Der Angriff auf sie wird noch garsehr von der platte E, genannt de naan, und von der Horsplatte verstärkt, indem siedie Tiefen vor dem nelder vergröfsern; ja, diese Tiefe ist auf eine sehr beunruhi-gende weise dem ufer immer näher gekommen.

Solche tviäer ströme beschleunigen die Versandungen der untern vlusse gar sehr.Ohne einen weitläufigen Beweis zu führen ist es ja wohl klar, dafs, indem sie desFluth Stromes Geschwindigkeit retardiren *— sie auch das vermögen des Ebbe- undFlüilistromcs, wodurch das Bett rein erhalten werden kann, schwächen müssen. Vonder Erfahrung wird dieser Satz auch aufs unumstöfslichste, bey dem Rivier Haringvliet{iah. 40 und 46) erwiesen, wo nähmlich die Mittelplatte und der Hinder von den grofsen wi-derströmen erzeugt sind, und wo auch diese platten, selbst wieder diese Doppelströme ver-stärken. Auch in der'wesermündung wird der beschriebene widerstrom, vereinigt mitdem schlechten zustande des weserbettes oberhalb Blexen, die Versandung der Mün-dung gar sehr befördern, indem der Fluthstrom, also das vermögen des Stromes, ge-schwächt ist.

$, lo5* Hieraus sehen wir demnach: dafs die Gefahren, welche dem vollen-deten Deiche drohen, bey Ebbe- und Fluthströmen, äufserst selten in Grundbrüchen,des ufers, sondern mehr in uferabschälungen bestehen müssen, weil ihre Geschwin-digkeit am Boden, wegen des geringen Abhanges, den sie ihrer Natur nach, weil derEbbe- und Fluthstrom auf den Boden wenig wirkt, haben müssen — nicht beträcht-lich sc3ui kann. Es ist also eben so wohl der Wellenschlag, weicherden vollendetenDeich bedrohet als der Strom, und daher wird es nöthig, mit dessen Wirkungen sichbekannt zu machen.

10Ö. Die Erhöhung des Bettes der Flufsmündungen und Meerbusen, in denen die*luth einströmt, ist für den fIuss - seeufer- und Hafenbau äusserst nachtheilig. So könnendefswegen gegenwärtig die Kriegsschiffe nicht mehr wie im xvn. Jahrhundert in dieMaasmündung (Tab. 40.) einlaufen, und dieser ihre hohe Lage ist eine mitwirkendeUrsache der die jlufsgegenden betreffenden ueberschwemmungen. Wiewohl ichbereits im 7Q. $• von der Entstehung desjenigen feinen Bodensatzes, der diese Erhö-hung der untern Flüsse bildet, einiges anführte, so wird es doch hier der Ort seyn,mich darüber näher zu verbreiten.

In sofern das Bett der. Flufsmündungen, in der Nahe des Meeres, sich erhöhet, läfst sich derschlick, das ist der feine und fette Bodensatz, nicht als ein von dein Bette getrenntes, von derFluth stromwärts geführtes und in watten abgesetztes Material ansehen; auch enthält er in