127
denen das süsse wasser aus Sauerstoff und Wasserstoff besteht (*) unterstützt. DerSauerstoff wird also aus den aus Kochsalz, erdichten xheilen, salzgesäuerten Bitter-salz und nalkerde bestehenden Meerwasser die erdichten, kalchartigen und salzigenxheile (**) entbinden. So dachte ich und communicirte meine Idee im Jahr 17Q8 demHerrn Assessor Ehrhard in Darmstadt , als einem sehr gelehrten Chemiker der Theorieund Ausübung verbindet. Er hatte die Gute, mir darüber Folgendes zu schreiben,»Ich habe in sehr vielen chemischen und physikalischen Schriften über diesen Gegen-stand nicht die mindeste Untersuchung gefunden, ich glaube daher, dafs währendder Vermischung des süssen mit vielem Thonschlamm gemengten Flufswassers mit demjsaturirten gesalzenen seewasser die in diesem aufgelösten erdigten Tlieile: als diemit Salzsäure gesättigte Bittererde, die mit derselben säure gesättigte Kalk- undxhonerde dadurch nicht mehr fähig sind, sich aufgelöst zu erhalten und also wäh-rend der Fluth als schlick in die gesammte wassermasse sich mischen,» Also scheintdas. hier und im ig. $. über die Entstehung des Sciieks vorgetragene auch chemischerwiesen zu seyn.
Ich glaube indessen diese Materie am befsten damit beschliefsen zu können, dafsich aus Herrn Freese’s Schrift: Ostfries - und narlingerland s. 34Q folgende stelleentlehne, die dies System durch örtliche Beobachtungen bestätigt. »Der aus lautervegetabilien entstandene Morast; sagt der v., ist durch die Vermischung mit demSeewasser einer grofsen Veränderung fähig, und selbst die Vermischung des mit Torf-erdetheilchen angefüllten juoorvvassers mit Seewasser lafst einen dem ulay ähnlichenschlick oder Sediment zurück, Um hierüber zur nähern ueberzeugurig zu gekmgen,habe ich selbst den versuch angestellet, den ein jeder leicht machen kann, und dieBestätigung dieser Meynung erhalten. Durch einen Schiffer erhielt ich hoch aus derNordsee eine Bouteille voll seewasser. Mit diesem und aus den Morästen gesam-melten Moorwasser nahm ich zur Hälfte die Vermischung in einem Glase vor, lief»solches; wohl zugebunden, etliche Tage stehen, gofs hierauf das Wasser rein ab,und behielt einen marschartigen weissen fetten Bodensatz, der völlig den Geruchderrdayerde, besonders derjenigen, welche aus den Schloten, (kl. Gräben) Wasserleitungenoder Gräben geworfen wird, an sich hatte, und in wasser zerrieben, demselben eine trü-be weisse Farbe mittheilte. Wenn die Anwächse ihr Daseyn und Entstehen blos ausder see, hätten, so müfsten sie auch zunächst bey den an der See belegenen Inselnanfangen, und nicht an das weit entlegenere feste Land sich anschliefsen. Die In-sein, und die darum befindlichen Gegenden aber bleiben, was sie von jeher gewesen,
( 1 Lavoisier’s System der antiphlogistischen Chemie aus dem Französischen übersetzt von Hermbst'idtI. s, 120.
(**) Das süsse wasser .löst sogar die metallischen Kalke und die metallischen säuren auf, desto mehr
Sauerstoff sie in sich halten; ist ja auch die Kieselerde, nach Bergmaxms versuchen, im siedenden Was-ser auflösbar.