Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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schroffe höchst dürre sandhügel und sandplatten, die gar nicht in fruchtbare Felderumgeschaffen werden, deren Conservation vielmehr, wie ich vorhin bey den, Inselngezeiget habe, jährlich mit vieler Muhe und Kosten verknüpft ist. Es mufs also et-was anders da seyn, welches zwischen dem festen rande und der sec den schlämmbearbeitet, und diesen gleichsam zwingt, sich landwärts anzusetzen und den Marsch-boden zu bilden.,,

„Der, in den Inbusen einer Insel, sich hie oder da obwohl nur kärglich anse-izende Anwachs, betsätiget jene Hypothese. Beyde Gewässer finden daselbst Ruhe undStillstand, und der schlick kann sich da so, wie auf den walten am festen Lande,senken, folglich einen Marschboden hervorbringen, wozu oft das innere Terrain nichtwenig beyträgt. So trift man z. b. auf der Insel Borkum eine röthlich feine fetteErde an, die man füglich mit der umbererde vergleichen kann, welche daselbst demAnwachs nicht wenig zu statten kömmt. Yon der feinen Beschaffenheit, als die An-wüchse am festen Lande, ist er aber nicht, sondern es scheint, dafs die Natur daselbstnur die ueherreste der Marschtheile niederläfst, welche durch die Ebbe und Fluthvom festen Lande zurückkehren. Diefs läfst sich auch daraus abnehmen, dafs, wennbey hohen Fluthen die grünen Lande auf den Inseln überströmet werden, die über-getretene See nicht den geringsten, schlämm auf denselben zurückläfst, wie solchesam festen Lande jedesmahl geschieht, weil zwischen diesem und der see sich dietrheile, welche den Marschboden hervorbringen, hauptsächlich befinden. Daher istdenn auch der in den Inbusen einer Insel sich angesetzte Anwachs nur gehr schwachmit Marscherde, und höchstens zu \ bis 1 Fufs bedeckt. Man hat zwar vorhin wohlbehaupten wollen, dafs die See Marsche und Moräste schaffe, und es fehlt auch nochjetzt nicht an Leuten, die solches blindlings annehmen. Allein solcher Meynung bey-zutreten, kann nur von einem starkgläubigen geschehen. Die ewige Weisheit wiesder Natur ihre Gesetze an, nach welchen sie sich in ihren Wirkungen jezt, so wieseit Jahrtausenden gleich bleibt. Aufmerksame Beobachter auf den Gang der Natursind durch die traurigen w r asserfluthen belehret, welche Wirkung die see hervorge-bracht, sobald sie mit den Morästen zusammen getreten. Man hat zur zeit derwasserfluth im Jahre 1717 gefunden, dafs, so weit die Moraste durch seewasser er-reicht worden, die neide ausgestorben, und einige Jahre lang, statt derselben , weis-ser Klee darauf gewachsen, (*) woraus also auf die Ursache zu schliclsen ist, dafs so-bald Moor und seewasser, mit seinen Erdetheilchen und Schlamm vermischt, zusam-mentreten, die Natur daraus einen feinem und edlem Körper bilden, und unsereschönen Marschen hervorbringen mufs. Auch in der Ems und der Leüa bemerken wir,so weit das salz- oder seewasser reicht, und mit dem innern mit vielen Torf- oderMoorerdetheilchen geschwängerten wasser sich verbindet, dafs der feine Marschschlamnaauf dem roden des Flufsbettes niederschlägt, und sich sehr anhäufet.„

4 *) Leipziger Sammlungen 3; u, >746, S, 665, Wöelieutl, ostfr, Anzeigen vom J. 174®« 577 *