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solchen Gegenden die vortheilhafteste visirstationen aufzusuchen, und keine vergeb-liche zögerungen zu veranlassen.
Ich habe nach dieser Methode selbst mehr als achtzig stunden weges nivellirt,und kann sie daher sehr anempfehlen. Leichter wird sie aber angewendet, wennman vorher die Gegend, wodurch das Nivellement geht, aufgenommen, folglichdieselbe genau kennt, und die visirstationen während der Aufnahme schon ausge-wählt hat. Da fast alle zwecke, wozu das Nivellement■ nötliig ist, eine Aufnahmeder Gegend erfodern, so wird die Operation des Nivellirens, beym trockenen wetter.nur selten einen langen Aufenthalt verursachen.
122 . Ich komme jetzt zu einem noch wichtigeren Gegenstands: nämlich zurUntersuchung der Geschcvindigkeit des ßiefsenden rrassers.
Wenn irgend eine Untersuchung für die rlufsbaukunde wichtig ist, so ist es die■\cn der Geschwindigkeit des Stromes. Ihr entspricht der Angriff des Wassers und derEismassen auf die ufer und Bauwerke; ja! sie macht das Austiefungs - vermögen desStromes aus. Wichtiger und unentbehrlicher wird die Kenntnifs davon, wenn einiiauptstrom, in verschiedene rlufsäsle getheilt, fliefst, auf denen sowohl die Schif-fahrt erhalten w'erden soll, ohne so hoch anschwellen zu dürfen, dafs der eine oderder andere Flufsast seine Dämme zerreifst und ueberschwemmungen verursacht, wiedenn die an der stromscheidung der waal und des rannerdenschen canales, iah. J4.aufgeführten Bauwerke zur Erreichung dieses Zweckes angelegt sind. Sie ist fernerbey dem Baue, der vom wasser zu treibenden Maschinen, beym wehr - schleusen-und nammbau , so wie bey noch andern Abtheilungen der Wasserbaukunde wichtig.
Da aber die Geschwindigkeiten in einem Stromprofil ( stromsection) sowohl in je-dem Functe einer rerpendiculäre, d. i. in jeder verticale, die aus einem puncte derOberfläche bis zum vlufsbelt reicht, als der Breite des Stromes nach, in den verschie-denen perpendiculären unter sich verschieden sind: so mufs man zur Berechnungder wassermenge, die in jeder secunde durch ein profil abfliefst, die mittlere Ge-schwindigkeit kennen. Diese mit dem Flächeninhalte des profiles vervielfältigt, giebtnämlich die wassermenge. Einige Gelehrte suchten daher Formeln und Theorien:um aus einigen Daten die mittlere Geschwindigkeit irur in einer perpendikuläre zufinden; Andere wollten daraus die mittlere Geschwindigkeit der stromsection selbstberechnen.
Demjenigen, der aber die im vorigen Kapitel aufgestellten, die Bewegung derfliefsenden Gewässer hervorbringenden, verzögernden oder beschleunigenden Ursachenund die Geschwindigkeitsmessungen (s. 38. bis 70.) mit einiger Aufmerksamkeit be-trachtete, mufs die ueberzeugung entstanden seyn: dafs es unmöglich ist, über dieGeschwindigkeit des Stromes eine mit den bey Flüssen vorkouuuenden Natur - Erschei-nungen übereinstimmende Theorie festzusetzen.