Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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$. 132. Mehrere Schriftsteller glaubten indessen die Wissenschaft des Wasser-baues mit der Angabe von Werkzeugen, zur Bestimmung der Geschwindigkeit desfliefsenden Wassers in verschiedenen Tiefen bereichern zu müssen. Ich will demnachdie Beschreibung einiger dieser Werkzeuge vorzüglich aus der Seite 171. erwähntenBrUningschen Abhandlung entlehnen, und soviel es mir nützlich zu seyn scheint, ab-kürzen, demjenigen aber, der hierüber weiter nachforschen will, auf diese citirteSchrift selbst verweisen.

3) Die zu diesem zwecke von ptadi angegebene hydrometrische Flasche Fig. 5<Tab. 18. ist ein rechtwinkelichtes aus Blech verfertigtes Kästchen, aus dessen oberefläche eine Rohre a b bis über die Oberfläche des w r assers aufsteigt, die in gewisseTheile eingetheilt ist, um zu sehen, wie tief die, an die in das Flufsbett eingesteckteeiserne Stange g h befestigte Flasche unterhalb dieser Oberfläche gesunken sey. Durchdie auch zur Auslassung der Luft dienenden Rohre a b geht ein nrath, womit diekleine oeffnung x von innen verschlossen und geöffnet wird. Wenn man diese oeff-nung gegen den Strom kehrt, so läfst man das Wasser während einer gewissen zeitin die Flasche einlaufen. Das Gewicht des eingelassenen Wassers soll die Geschwin-digkeit, womit es in die Flasche eingelaufen ist, und die für dieselbe gehalten wird,die in die Tiefe, worin die Flasche befestigt war, statt findet, andeuten.

Ohne zweifei wird man sich überzeugen: dafs, wenn gleich das Gewicht des indie Flasche eingedrungenen Wassers die Geschwindigkeit angeben würde, womit es indie oeffnung der Flasche eingelaufen ist, diefs auch bey einen stillstehenden w r asser,worin sie eingetaucht wird, erfolgt, dafs also auch darin eine Geschwindigkeit ent-deckt werden miifste. Diese Vorrichtung dient daher in der Ausübung zu keinemsichern Gebrauche.

4) Die 'pitotscJie Vorrichtung , Tab. 18. Fig. 12., womit pitot die Geschwindigkeitdes wassers zu bestimmen glaubte , besteht aus einer etwa einen zoll weiten blecher-nen RÖhre c b mit einer trichterförmigen oeffnung a d , worauf die gläserne RÖhreG c geschoben wird. Hält man diese Vorrichtung dergestalt in den Strom unbeweg-lich, dafs das wasser senkrecht in die oeffnung a einstöfst und der gläfserne Aufsatznoch aus dem wasser hervorragt., so wird das gegen die oeffnung strömende wasserdas in den gläsernen Röhren stehende heben. Es sey die Geschwindigkeit des erstem= c, so ist nach der Lehre der Hydraulik, dessen Stofs gegen die oeffnung a, demGewichte einer Wassersäule gleich, deren stofse die Geschwindigkeit c zugehört, also

ist =! — (g drückt die Fallhöhe aus). Die Hohe h, der dem stofse gegen a das Gleich-

c 2

gewicht haltenden Wassersäule mufs demnach seyn =3 —, und die Geschwindigkeit • c

= 2 V* g h. In dem lten Bande S.. 15,4. u. s. w. d. l, Auflage, ist dasjenige er-örtert, was gegen die Anwendung dieses Instrumentes spricht.