Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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bilden, müssen die Spitz-Enden dem ströme zugekchrt seyn. Diese -wird abermalsbewippt, und dergestalt mit Material beschwert, dafs sie ober wasser bleibt. Ist derStrom so heftig, dafs er die vorwärts liegenden Lagen zu drehen trachtet, so werdeneinige wippen bis in das ufer hineingezogen und befestigt, welche man Anherwippennennt, Auf diese weise wird mit Ausschüssen und spreitlagen so lange fortgefahren,bis der Werkmeister mit den vordem Ausschüssen den vorgeschriebenen Fufspunct desBauwerkes erreicht hat. Dann fängt man an, die Lagen zurückzuziehen, haut aberdie Bände der Faschinen darin auf, spreitet die Reiser regelmäfsig nebeneinander aus*formirt also spreitlagen, welche bewippt und mit Material beschwert werden. Wieweit eine jede spreitlage zurückgezogen werden mufs, diefs läfst sich aus der Tiefe,der festgesetzten Böschung des Werkes, und aus der Dicke des bereits aufgeführtenund schwimmenden Baukörpers beurtheilen. Auch die Krone des Bauwerkes wird mitspreitlagen aufgeführt, und dann mit weiden oder rappelzweigen dergestalt bespickt,dafs diese zwey bis drey schuh tief in dem Baukörper selbst zu stehen kommen, unddarüber einige schuh hervorragen.

Hat auf diese weise das werk die Böschung erhalten, so wird auf diese Böschungdes gröbsten rlufskiesels zwey Schuh dick geschüttet, so dafs von den Reisern weni-ge, oder besser, gar keine vorstehen. Ist des groben Flufskiesels, den man von denhohen stellen des Bettes nimmt oder mit Sandkratzern, die an stielen befestigt sind*aus der riefe des rlufses aufbringt und in Fahrzeuge ladet, nicht zu erhalten: sowird auf die Böschung zuerst vom gröbsten Flufssande, der nur zu haben ist, einenSchuh hoch geschüttet, und dann steine oder Mauerschutt, und oben darauf wiederSand, damit alle Zwischenräume ausgefüllet werden. So läfst man nun das werk ei-nige zeit liegen, bis es sieh gesetzt hat. Alsdann erst werden die Decklagen überdas vorufer hingelegt. Diese bestehen aus einer oder zweyen ein bis lf schuh dickenSpreitlagen, von welchen die untere mit wippen, und die obere mit 6 bis 12 zollhohen zäunen, auf 1 f bis 2 schuh Abstand, befestigt wird. Man kann auch dieseletztere mit wippen befestigen. An der Seite der Krone eines Bauwerkes werden zweyzäune nebeneinander gemacht, oder zwey wippen neben einander gelegt, die manRand - oder Ringwippen nennt. Damit aber die grünen weiden - zaungärten nieh^leicht aufspringen, so wird in den zaunpfählen, über den zaungärten, ein Querhölz-chen gesteckt. Dasselbe kann auch in der Decklage über die wippen, durch diespickpfähle gesteckt werden, damit die wippen nicht aufspringen. Eine Vorsicht, diejedoch nur dann nothwendig ist, wenn die wippen auf der Decklage, in einer zeitgelegt werden, wo sie nicht mehr ausschlagen, oder grünen können. Wenn daswerk im Sommer fertig wird, so sollte es nochmals im Herbste oder vor April aufseiner Krone hewippt werden, damit die wippen ausschlagen.

Zwischen den auf ein uferbauwerk gemachten Verzäunungen, die parallel mitdem ufer laufen, wird noch nies oder Mauerschutt geworfen, jedoch nur soviel, dafs