Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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der buscIi der Spreitlage, und nicht die zäune, welche ausschlagen sollen, bedeckt .ist. Führt der Flufs aber viel Material, so legt sich dessen bey dein ersten, hohenwasser vieles nieder, und es darf die Oberfläche des r.Ieswcrkes mit viel Materialnicht versehen werden, insonderheit, wenn man die Regel befolgt, welche ich §. t6l»gegeben habe: damit die Eisschollen und die Gewässer auf eine schräge Fläche auflau-fen , und des hohen Stromes Geschwindigkeit über dieselbe hin, retardirt wird. Eineandere Regel ist diese: Im Fall dafs mit grünem Holz, woran das Laub noch hängt, ge-bauet wird, so mufs sich der Bau sehr setzen, und in diesem Falle mache man dieBöschung etwas stärker, wie es nöthig ist. Auch wird drittens, das Faschinenwerkim zweyten Jahre sorgfältig nochmals mit Beschwerungsmaterial beschüttet, besondersseine uossiningen, welches für alle solche Faschinenbauten gilt, bey denen der Stromdas Material von den Böschungen im ersten Jahre fortgenommen hat. Ueberhauptmüssen die rlufsbaumeister es nie an der Nachbeschwerung fehlen lassen, wenn si«nothwendig ist, und das uolz der Böschungen mufs stets mit Material bedeckt seyn,denn sonst wird es vom Eise abgeschnitten. Der Luft und sonne darf es auch nichtausgesetzt werden (es sey denn, dafs es Loden gezogen hätte), weil es dann verwesetund verfault.

Auf die oben beschriebene weise kann nun ein uferbauwerk im Ganzen oderrkeilweise aufgeführt werden.

$. 135. Die Bauart der Kribben hat, was die Ausschüsse, Einzieh - und spreit-lagen und die Beschwerung anbetrift, mit dem in dem vorletzten §. beschriebenen,Bau des Bleswerkes viele Ähnlichkeit; nur der unterschied findet dabey statt, dafs dieWippen so in der Länge des Baukörpers gelegt werden müssen, wie diefs Fig. 10. rab.B. zeigt. Ich werde daher bey der Beschreibung vom Bau - der Krippen kürzer, alsvom Bau des Bleswerkes seyn können. Indessen ist die Ausführung der Kribben dochmit grossem Schwierigkeiten verknüpft, weil den Kribben auf beyden seiten eine Bö-schung gegeben werden mufs, und man sie in den Strom weiter hineinbauet, alsfilesw r erke.

Alle die einzelnen niilfsmittel, deren man sich, bey Ausführung solcher werke, be-dienen kann, lassen sich nicht beschreiben: denn gröfser mufs die Vorsicht beym Bauseyn, wenn der ström steigt, als wenn er fällt; aber immer gilt die Regel, wie bey allen werken: dafs man mit den Ausschufs - und spreitlagen stets über dem wasserbleiben mufs. Alle rheile und das Fortrücken einer solchen Kribbe lassen sich auchnicht in Zeichnungen liefern, weil ihre zahl grofs seyn miifste. Der Bau einer Kiibbewird also auf die nämliche Art angefangen, als der Bau eines Bleswerkes, wenn zuvordie Richtung und Breite der Krone, auf dem ufer, mit einigen Stäben, abgestecktist, nach welchen sich der Werkmeister beym Bau richtet. Sind die ufer zu hoch,so dafs man diese pfähle nicht sehen könnte, so werden einige kleine Tonnen oderHolzer an seilen, und diese an steinen befestigt in die Directionslinie, im Flufse selbst,