Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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Wie nachtheilig aber die nöhe des Beites der Brenta und des Krenton ist, sehen :wir an der niedrigen nage des Landes. Unterhalb stra und bey codevigo liegt das-selbe neun zoll bis 6 rufs 5 zoll unter dem niedrigsten wasserstande des Brenton:diese Dämme sollten, wiewohl sie lOf Fufs bis 13 rufs höher sind, dennoch um zweySchuh erhöht werden, weil sie gegenwärtig nicht gegen alle Hochgewässer schützenund öfters davon durchbrochen werden. Längs dem canal von Ponte - Longo liegendie LÜndercyen einen bis zwey schuh Q zoll über den niedrigsten wasserstand, dieDämme aber eilf schuh 5 zoll. Des canals Tiefe beträgt vier bis sechs, dessen Breite(nicht weit von dem Brenton) 95 schuh . Ja dieser letztere canal selbst führt beytrockener Jahreszeit fast kein wasser aus der Brenta bey doIo und ist daher nur beyhohen wasserständen schiffbar.

Da es die venetianer im xv. Jahrhunderte versäumten, in der neuen Brenta oderdem Brenton, durch die Beschränkung des Bettes und mittelst Einführung der mittlerenund Hochgewässer, welche ihre Dämme halten mufsten, wenn dieselben die erforder-liche Höhe und stärke gegeben wäre, eine regelmäfsige, dem hydrotechnischen Abhan-ge entsprechende Tiefe zu erhalten, so war die Folge eine zunehmende Versandung.Daraus entstanden schädliche nocligcwässer, welche die Dämme zerrissen. Man be-gieng 1610 abermals einen Fehler, indem die Anzahl der f lufsäste der Brenta mittelstdes canals Brenta novissima vermehrt wurde. Dieser ward Mira gegenüber ausgemiin-det, und es ist zu vermuthen, dafs man ihn zuerst bey doIo aus leitete, und dieBrenta secca noch ueberreste davon sind. Gleich bey Mira geht diese neueste Brenta:über den kleinen, aber für Venedig nützlichen Bach, seriola, in welchen das Trink-wasser bis portesine fliefst, wo es auf schiffen nach Venedig gefahren wird: Er istgleichfalls im Jahr 1610 gegraben worden. Ferner sind unter der Brenta - novissimanoch sieben Entwässerungskanäle durchgeführt, wovon ich bereits zwey Durchlässe, näm-lich die Durchlässe von Lova und conche genannt habe. Die fünf übrigen sind didDurchlässe von coran, Lugo , cornio, Lavaizza und sciocco. Alle diese Durchlässe ha-ben Thore, um den Eintritt der iluth aus den Lagunen in die innern canäle zu verhin-dern. Sie sind drey .bis fünf Schuh breit. Längs der Brenta novissima hat die ehemaligenepublik Venedig im Jahre 1Ö10 einen Damm aufführen lassen, um den Einflufs deriiochgewässer in die Lagunen zu verhindern; ein Damm, der mit grofser Sorgfalt er-halten werden mufs, damit die wasserstrafsen und Lagunen nicht noch mehr mitdem Sande, welchen die Brenta novissima führt, erhöht werden.

Die Anlage der Brenta novissima bey doIo war defswegen fehlerhaft, weil dadurchdem Brentone diejenige wassermasse entzogen wurde, welche sein Material fortwälzenkonnte, denn die Profile verhalten sich umgekehrt, wie die Geschwindigkeiten. Manleitete sie daher später aus der Brenta - iviorta oberhalb Mira ab. Als man die Brentanovissima ausgrub, hätte ihre Breite 120 schuh betragen (bis zum mittlern profil) undihr nett in dem allgemeinen Abhänge von cartarole bis zum Meere regulirt, der nrer-

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