Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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vssel selbst liefs Drusus tiefer und weiter machen, und verband sie mit der Bruck-terischen vegt, jetzt das zwarte water genannt. Die Länge dieses canals wird inden alten scribenten zu 8000 schritte angegeben.

Nach Einiger Meinung hat Drusus noch zwey andere canäle graben lassen , näm-lich die Does und das vliet von Leyden (u) bis nach vlardingen (t. 40).

Den Rhein , den virgil (x) zweyhörnig (bicornis) nannte, ward durch die nru-sische Yssel dreyhörnig. Die westliche Mündung des Rheins wurde Helium ostium ,oder Mosae et vahalis ostium genannt ( y ). Die mittlere hiefs ostium Rheni Medium(bey nattwyk); und die nördliche Flevum ostium (*). Alle drey Mündungen warenmit Castellen versehen.

Wenn der Rhein vor der Grabung des nrusischen-canals einen Abflufs in dieSÜder-See (rlevo locus) gehabt hätte, wie einige Schriftsteller dafür halten, würdendann wohl die Römer diese neue yssel gegraben haben ?

§. 240. Drusus hatte auch, um die Insel der Bataver vor ueberschwemmungenzu schützen, 11 Jahre vor'c. G. den Rhein unter der Yssel mit nämmen begränzt. Esist höchst wahrsheinlich, dafs diese Dämme (ürusi moles) (z), da wo die Betouwe amniedrigsten, zwischen Eeuzischem und Ryswyk, liegt (und welches niedrige Terrainauf Tab. 3Q ., in dieser Hinsicht, angedeutet ist, mit: hier’t laagste Land ) zuerstangefangen wurden, und sieh dann längs dem Flusse ausdehnten. Diese Dämme wur-den endlich 63 Jahre nachher, unter paulinus pompejus, der damahls das commandoüber die Armee hatte, vollendet (a). Tacitus erzählt ferner, dafs zwischen der ys-selschanze und dem Rheine neue Dämme und wege aufgeführt wurden (b). Merk-würdig und höchst nachahmungswerth ist, was dieser Geschichtschreiber bey derErzählung von diesen Arbeiten und denen, die unter corbulo geschahen, hinzusetzt. Ersagtnämlich, „dafs diese Feldherrn sie mit den Soldaten vollzogen, um diese vor demMüssiggange zu bewahren,“ Wie vieles Nützliche wäre wohl geschehen, wenn manimmer den MÜssiggäng der Soldaten so gefürchtet hätte! Wie grofs wäre der vor-theil für die Staaten gewesen, wenn sie hierin den Römern nachgeahmt hätten; dannwäre keine Revolution gekommen. Man hätte canäle gegraben, Chausseen angelegt,die Waldungen verbessert, dem Ackerbaue und den Fabriken keine Hände entzogen,

C u) Van roois Aloude Holl. Hist, i. n. bl, 46»

C x ) Aen. viii.

( y) Tac. Ann, 11. c. 6, ptol. gc-og. und rlln. H, it. iv. i 5 .

(*) Die Mündung des rlevo setzt man zwischen den Inseln vlieland und Ter - schelling. Und dieser slufstrennte damalils nur rriesland von Holland .

< z ) Tac. Hist. ribr. v. 19. — Dio cassius x.. xv. — Tac. Ann. xm. c. 53 . Hier erzählt Tacitus , dafs einanderer gleichzeitiger Feldherr l. vetus die Mosel und saone ( Arar ) durch einen canal zu verbinden,gesucht habe; wodurch^also eine Fahrt von dem mittelländischen Meere nach der Bord-see geöffnetworden seyn würde- Welche Veränderungen in den politischen Begebenheiten hätte dieser canal nichtLervorbrinsen können!

Ca) Tac. Ann. xm. c. 53 .

Cb) Ann, tibr. 11, c, 7,

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