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Dieses grofse Unglück, wodurch nicht blofs die 72 Dörfer mitergiengen, sonderndas auch zuverläfsig als die nauptursache des jetzigen schlechten Zustandes der Hol-ländischen Flüsse mit anzusehen ist, wird von einigen der Bosheit eines Bauern zuge-schrieben, der den Deich bey wieldrecht soll durchgestochen haben (u); wahrschein-licher ist es aber, dafs es aufser von den schon oben erwähnten Bedeichungen, vor-nehmlich dadurch verursacht ist, dafs der Herzog Wilhelm von Baiern im Jahre 1414dem Amtmann von wieldrecht, Namens van zevenbergen, erlaubte, gewisse siele undWassergänge, die sonst geschlossen zu seyn pflegten, zu jeder zeit öffnen zu dür-fen (x). Bey dieser grofsen wasserfluth ist auch die Insex, worauf Dortrecht steht,von dem festen Lande abgerissen (y).
Die Folgen von dem untergange des Bergischen - Feldes oder des Bies-Bosches (t..51. und 40.) waren für die holländischen Flüsse äusserst nachtheilig. Das Wasser,dem jetzt durch den Bies-Bosch ein neuer weg nach der See geöffnet war, flofs nundurch diesen so viel kürzern weg, wegen des gröfsern Gefälles, directe in die Nord-see, ohne die Maassmiindung zu passiren. Nach veisen war noch 1708 das Gefall längsdem Flusse unterhalb zwey zoll auf eine stunde yveges, wohingegen das Gefall längs denKillen l6 zoll auf dieser Distanz, und folglich achtmal so grofs war. Man rechnetebald, dafs ftel des von der waal und Maas herunterkommenden Wassers durch denBies-Eosch, und nur ^tel mehr davon auf dem alten wege zur see gelangte. Inneuern Zeiten rechnet man gar, dafs fiftel durch den Bies-Bosch, und nur ^-tel mehrauf dem alten wege in die see abgeführt werden (z).
Diese so sehr verminderte wassermenge, welche jetzt die jvieerwede und Maasunterhalb des Bies - Bosches abzuführen hatte, liefs ähnliche Folgen erwarten, alswelche der alte Rhein erfuhr, da ihn durch die Geldersche vssel und dem neck spviel Wasser entzogen wurde, die nämlich Versandung dieses untern Rheines waren.Hätte man sich durch dieses seyspiel belehren lassen; so würde man gesucht haben,die Flufsäste (Killen). sobald als möglich nach und nach wieder zuzuschliefsen, undfolglich den Strom in den alten stand wieder herzustellen. Dieses geschah aber sowenig, dafs Dordrecht , als es 1581 und 1582 den ouden - w T iel zuschliefsen, oderwenigstens doch beengen wollte, mit Gewalt daran verhindert wurde, obgleich eshierzu die Bewilligung des Hofes von Holland (ein Gerichtshof) hatte, und von dencommittirten Rathen unterstützt wurde. Die Stadt portrecht wollte diesen zuschlufsmachen lassen, weil sie schon den Anfang einer Versandung gewahr wurde, und einegänzliche Verlandung der merwede befürchtete. Eben dieses sahen vielleicht andere
(u) Boxhorn Theatr. Holl. p. 8.
(x) Teg. St. vn. Deel, bl. 5*o.
(y) Wagenaals vaderl, nist. u. D. 12 Boek.
CO Verhandelingeii van liet sataafsche oenootsehap der proefondervindelyke wysbegeerte te Rotterdam
II. Deel, 2o uladz. — reilingen omtrent de Merweae door cruquius.