Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
346
JPEG-Download
 

34Ö

flem Rhein empfiengen. Man erweiterte ihn daher im Jahre 1707 auf i(fo schuh ;Um die Schifffahrt auf der y$s«l zu erhalten* wurde -festgesetzt, dafs der Rhein beyArnheim, und die Yssel, eine gleich grofse wassermasse ans dem pannerdenschen ca-nal erhalten sollten. Kein wunder daher, wenn über die Verbesserung der obernFlüsse mehrere Vorschläge entworfen und mit preufsen, welchem das rechtseitige uferdes Rheins bis oelder’sche ort zustand, Verhandlungen angeknüpft wurden. In demJahre 1751 machte der berühmte Lülofs mit dem Ingenieur Bolstra und Leenen eini-ge Vorschläge. Nach denselben wurde l) der durchbrochene ossenwaard’sche Dammabc (Tab. 22.) nach der geraden Richtung bey c gefegt, und an den nruis -oeich an-geschlossen. 2) Der s’Gravenwaardsche neich sollte von k nach l aufgeführt werden,und bey Herven wollte man einen neuen neich anlegen. 3) Es sollte von der ver-sandeten Rheinmündung c bey cobyth ein Durchstich bis e ausgegraben werden (*), derLeitdamm M n p oder r n p würde den Strom in ihn gelenkt und die ueberströmung inden alten Rhein gehindert haben. Ferner sollte durch den Bylandschen waard derDurchstich h i r geführt werden. Der erstere hätte schon den Anfall des Stromes aufdie schartufer von nerwen, und vor Keken geschwächt, und der zweyte würde als-dann den ström ganz von der nerwenschen Krümme abgeleitet haben, wenn er etwa100 Ruthen höher hinauf mit der Mündung gelegt worden wäre, und gleich einSchöpfwerk erhalten hätte. Leider liefs man aber diese Durchstichs - projecte auf sichberuhen. Man begnügte sich mit der sehr unzureichenden Schmälerung der Mündungdes pannerdenschen canales, woran (1749) die nribben l und k , so wie das ßleswerkg (Tab. xxvi. rig. b.) erbauet wurde. Um den hohen ström einigermassen davon ab-zuhalten, wurde im nämlichen Jahre der sogenannte sorge-Deich aufgeführt; der Mil-lingsche sommerdamm wurde aber abgeflächt. Warum projectirte man nicht jene zweyDurchstiche in einer und derselben Richtung ? Die ueberschwemmungen am Leckwollte Lulofs und Bolstra längs dem nief- Deich ableiten.

Nachdem die Faschinenwerke l , k , g, und die Wiederherstellung des SpykschenDeiches (Tab. 22 .'), den der Strom von p nach p zerstört hatte, so wie das ßleswerklängs Herwen vollführt war, überliefs man der verschiedenen Meinungen wegen,die plusse sich selbst. Der Herwcnsehe Deich und das norf Herwen ward ein Raub desStromes Tab. 2Ö. rig. c. Die hohen Gewässer überströmten nun den polder (den ein-gedeichten District) der drey Dörfer Herwen (**), Art und pannerden. Der Bug der serpen-pentine nahm fürchterlich zu, ja es stand zu befürchten, dafs die waal sich ein Bett vonHerwen nach Arth in den alten Rhein bahnen würde (Tab. 13). Wäre dieser Durchbrucherfolgt, wie er denn, ohne den Bylandschen Durchstich, erfolgt seyn würde, so war es umHollands Existenz geschehen; denn der eingeengte und in seinem Bette erhöhete Leck konntenicht die gewöhnliche wassermenge der waal, geschweige denn die hohe waal, fassen.

(*) Dieser Durchstich wurde von Preußischer Seite vorgeschlagen.

(**) Diefs Dorf wurde itir'iickgelegt.

t

v