Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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fen sollte , — fruchtete sonach selbst die Einschränkung des pannerdenschen Canalsnicht hinlänglich.^

Wie wenig man dem hydrotechnischen uebel auf den Grund nachzuspüren such-te, beweist unter andern die so weitläuftig am 30. und 31ten July 1745 zwischenden Staaten von Geldern, Holland und westfriesland, von Utrecht und overyssel abge-schlossene Convention. Darin sagen die von Geldern: „dafs alle ueberschwemmungender Leck - und rsselgegenden von dem »eichbruche im spyck hergekommen seyen, unddafs der rannerdensche Canal darauf keinen Einflufs gehabt habe“. Auch den Alten-Rhein vergessen sie. Holland und westfriesland waren der, der Sache angemssenereadefp. Geldern entgegengesetzten Meinung. Hiezu kömmt noch, dafs der Landmesser die-ser letztem Provinz (Leenen) behauptete : der pannerdensche canal führe nur den dritteniheil des Stromes der oberwaal ab, ohne sich auf etwas anders als auf eine Tiefenmes-sung zu beziehen. Es ist demnach nur zu gewifs, dafs die Rede nicht von der tras-sermenge , wie sie es doch hätte seyn sollen, sondern nur von den profilgröfsen war.Selbst Lulofs und Bolstra sagen diefs ganz bestimmt in ihrem Gutachten von 1763 .Nach diesem ist sogar der vergleich gemacht und die eben erwähnte vertheilung derStröme angenommen worden, ohne einmal eine genaue Tiefenmessung bewerkstelligtzu haben. Sie sagen ferner: „es ist zwar seit einiger zeit der Befehl da, diese Mes-sungen anzustellen; aber es hat sich nicht fügen wollen, ihn zu erfüllen.“ So un-bedeutend, ja oberflächlich, waren also damals noch die hydrometrischen Untersu-chungen. Möchte doch ein ähnlicher Fall nirgendmehr bey den wichtigsten wassev-bauangelegenheiten eintreten!

$. 24Q. Der hohe Strom kehrte sich auch an diese , von den Grundsätzen derrlufsbaukunde entblöfste, Convention nicht. Schon im Jahr 1747 zerrifs er den Nor-der Leckdeich bey wyk by Duurstede (t. 36 .). Man fuhr aber dennoch fort , die An-schwellung des Lecks nicht den zwo Wasserstrassen: dem pannerdenschen canal unddem Alten-Rhein, sondern nur den vielen Sandbänken und nribben, die im Leck la-gen, so wie dem Gebüsch, das längs dieses Flusses ufer und auf den Aussendeichs-landen (uiterwaarden) stand, zuzuschreiben. Ist dies nicht xinbegreiflich? In dieseraller nenntnifs des Locals wiedersprechenden ueberzeugung wurde indessen lediglichverordnet: alles das fortzuräumen, was des Leckstromes Abflufs hemmte. Von sogrofsem Nutzen diese Verordnung im allgemeinen auch war, so konnte sie dem uebeldoch nicht vollkommen begegnen : denn dieses lag leider in jenen oeffnungen beymSpyck , bey Lobyt, und in einer zu weiten Mündung des pannerdenschen canals. —Diese Ursachen, waren sie nicht eben so unverkennbar als ihre Wirkungen?

Das Bett des Leckflusses und des Niederrheins versandete, während dafs der Alterheinnur wenig Strom abführte, das ist in dem zeitraume von 1Ö23 bis 1712. Der schwa-che Strom mufste das Material, welches in die einschlürfende Mündung des pannerd.canal, gekommen war , in dem Bette dieses canals und des Niederrheins liegen lassen.