•Sobald aber dem hohen ströme zwey grof&e wege, der erweiterte pannerd. eanaiund der Alterhein, statt einem sehr engen : dem 12 Ruthen schmalen canale, ange-wiesen waren, mufste er den Sand aus dem Bette dieses Canals und des Niederrheinsab —■ und in das Bett des Lecks einführen. So stiegen die Flussbetten und mit ihnender ström zu einer nähe empor, die sie nie erreicht hatten. Wer sieht also niehtmit uns die Nothwendigkeit der Einschränkung jener Stromwege ein? Wie nöthig dieseund die Verbesserung der Alten- Ysselmündung & a und pq (,xab. 14. und 15), (wel-che einen sehr geringen Strom ihrer rechtwinkeligen Richtung wegen, die sie mit dersahn des Niederrheins bildete, empfieng), auch war, um einen gröfsern Strom auf-zunehmen v so wurde von allem dem, was diese uebel heben konnte, auch garnichts gethan. Im Gegentheil liefs die Stadt Nymegen auf dem Millingschen - waardeinen Damm (in Fig. b. t. 2Ö. punctirt) auf 20 Fufs 10 zoll Arnheiiner pegelhöhe auf-führen, welcher dem pannerd. Ganal viel Wasser zuwies. Die höchste Anschwellungdes Stromes war nur bis zu IQ Fufs 4§ zoll gestiegen, auch hat das höchste wassernachher (1781) nicht mehr als 20 Fufs a. p. erreicht. Ja! als Sommerdamm hätteer nur i5f Fufs a. p. seyn dürfen.
$. 250. Die Inondationen von 1747 electrisirten wieder die Staaten von Holland und westfriesland: solcher unglücksfälle bedurfte es immer in Holland , wie überall,sich nach Verbesserungen umzusehen! Die Convention, welche 1749 zu Stande kam,setzte die Einschränkung der Mündung des pannerd. canals vermittelst der nribben kund l (t. 2Ö. Fig. b.); Wiederherstellung des Bleswerkes g; ferner, Ausrottung desGehölzes, welches auf dem Millinger waard stand, .und das schlichten des auf die-sem waard angelegten Dammes, von dem wir eben gesprochen haben; endlich dieAnlage des Zorgedeiches, fest. Alle diese puncte, welche immer nicht hinreichendwaren, die uebel zu heben, wurden—ausgenommen den dritten — erfüllt.
Wenn man die Richtung der oberwaal o o, oh, welche auf die ncrwcnscheKrümme (iab. 22. und 23 ) gieng, betrachtet und in Erwägung zieht: dafs die waalehemals zwischen dem Kriusdeich und s’Gravenwaard bey q q , nach den punctirtenLinien, flofs (Tab. 22.); wenn man ferner erwägt, dafs jetzt der Strom dieses zuge-schliekte Bett fand, so wird die schleunige Zunahme der Herwenschen-Serpentine (derAbbruch des concaven ufers) erklärbar. Ein Abbruch, den der von preussen ( 1750 )auf den Bylandschen waard angelegte Damm , welcher bey dem ßimmenschen Deichebegann, und auf eine Länge vön 2Ö0 Ruthen schräge über diesen waard dem hohenStrome entgegen lag, gar sehr beförderte. Er leitete einen aus den ufern o o getre-tenen Strom directe auf den Bug der Serpentine; staute ihn auf, nöthigjte ihn dies’Gravenwaard- und ossenwaardschen Deiche an mehreren stellen (1750 bey a.b. c.,ja! zwey Jahr nachher, noch an sechs andern, zu zerreissen. Je gröfser diese Ser-pentine ward, desto mehr Material, welches von dem concaven ufer abgerissen war,setzte sich an dem pannerdenschen waard und in der canalmündung (xab. 2Ö. Fig. b).