Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
435
JPEG-Download
 

so ward das profil zwischen u undz(T. 46.), und das Profil des uitser- cats verengt. DerStrom fiel sonach aus diesem engen Bette in ein weites. Die der Mündung des spuy zu-nächsten wassercolonnen mufsten sonach einen widerstrom bilden. Dieser erzeugteRetardation und eine Stromspaltung zwischen m und n, indem er einen Theil desStromes seitwärts abzog. Die zweyte Ursache dieses Doppelstromes, der am südlichen undnördlichen ufer des Riviers placquee die gegenseitige Strömung hervorbringt, scheint in dernirection des längs der goereeschen Küste einströmenden Fluthstromes zu liegen (F. 1 .t. 46.).(Hier strömt nämlich die rluth früher als im Quaxdiep ein). Andern xheils bringtaber auch der Hinder nicht nur einen Aufstau , sondern auch eine Retardation desFluthstromes hervor. Es mufs also so. lange in dem Theil des profiles, welcher zwi-schen den genannten Ebbe - und rluthstromrinnen liegt, eine Kreisbewegung des Stro-mes (ein widerstrom) entstehen, als der rluth - und Ebbestrom nach gegenseitigerRichtung (das ist bey jeder rluthzeit f stunden) fliefsen. In der Mitte dieses Doppel-stromes — also gerade da, wo selbst die uelvoeler-platte liegt — mufs wenigstensbey jeglicher Fluth ein Stillstand des wassers von f stunden zeit erfolgen. Folglichmüssen hier die Stoffen nieder sinken. Diesen Stillstand habe ich selbst am 13 .August 1798, in Gesellschaft des Inspectors Brünings und des Inspectors verhey, alswir bey dem heitersten Wetter und einer windstille, von Helvoet nach Middelharnis schiften , beobachtet. Etwas von der Mitte der platte ab war die Bewegung im Was-ser noch sehr schwach. Die schwimmenden stoffen trieben hier äusserst langsam,und an den zwo seiten der platte nach entgegengesetzten Richtungen. Im Ebbe- alsFluthstrom fand aber eine anmerkenswerthe Geschwindigkeit, die ich bey läufig zu2 -J Fufs schätzte, statt. Dieser grofse widerstrom, worin die erste Ursache dernelvoeter-platte liegt, und der, wie gezeigt ist, wieder von andern Ursachen entstand,wird jetzt von dieser platte selbst verstärkt, und in weit gröfseren Greisen als anfäng-lich getrennt. So gebiert eine Ursache die Wirkung, welche wieder die Veranlassungzu einer zweyten Wirkung wird; und dieäe vermehrt alsdenn diejenige , welche vonder Wurzelursache entstanden war. Indern so z. b. die nelvoeter-platte durch denerwähnten Kampf der zwo ströme emporgestiegen ist, vermehrt sie die Geschwindig-keit und Tiefe längs Helvoet, und diese gröfsere Tiefe führt der nördlichen Stromrinneeinen gröfsern Ebbestrom zu. Der südliche Strom hingegen verliert an Geschwindig-keit, es kann also die aus der See in ihn hineinströmende wassermenge nicht mehrso beträglich seyn als ehemahls, wo der südliche säum der nelvoeter - platte, wo derEbbestrom der nördlichen Rinne, dem Fluthstrom kein Hindernifs entgegenstellte. Alsoauch in dieser Hinsicht ist der noppelstrom und die platte nachtheilig für den ge-sammten hydrometrischen und hydrotechnischen zustand des Haringvliets. Diese sobewirkte Abnahme der Geschwindigkeit des Ebbestromes im südlichen Fahrwasser,hatte denn auch die Zunahme, die schnelle Aufschlickung des Aussenlandes (Buitenoorsen) vor Flacquee und die zuschlickung der dortigen Häfen befördert. Diese zu-

I ii 2