Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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einiger Nächtheil für die Schifffahrt in dieser Mündung entstehen werde, und dieserMeinung wird jeder Ingenieur beytreten müssen. Eine andere Frage wird es aberseyn, ob die Beengung nicht eine Verfluchung des re'es vor Amsterdam und despampus zur Folge haben könne, ob sie selbst nicht für die sp'ühlung der canale inAmsterdam , welche zu jeder Fluthzeit eine so viel als möglich grofse wassermengeerfordert, nachtheilig seyn werde, und zwar defswegen , weil dadurch des vluthstro-mes irassermenge im y, also die mittlere Geschwindigkeit vermindert wird, wo dochdie Profile dieselben bleiben sollen. Diefs ist die einzige Schwierigkeit, welche demprojecte entgegensteht; denn das ist unleugbar, dafs sich die Tiefe in dem beengtenwestlichen y vermehren werde, da sich dessen mittlere Geschwindigkeit vergröfsernmufs , und sonach ist es nicht minder gewifs , dafs die Fahrbarkeit dieses Ebbe- undFluthstromes zwischen Amsterdam und spaarndam vermittelst dem Bruningschen pro-jecte verbessert werden wird. Ehe wir nun zu der Art, wie diese Beengung gesche-hen soll, übergehen, so mufs ich des Verfassers eigene Worte in Rücksicht des öst-lichen Yees noch anführen. Er sagt:Man wird bald gewahr werden, dafs ich beyErwägung der Folgen einer regelmäfsigen Beengung des westlichen Yees geflissent-lich nichts von denen gesagt, die für das östliche y vor Amsterdam entstehen wer-den. Diefs ist nicht defswegen unterblieben, weil ich sie dafür nachtheilig halte(wovon man, wenn es nöthig wäre, das Gegentheil beweisen könnte), sondern weildie Frage der Academie sich blofsauf die Fahrbarkeit des Westlichen Yees zwischenAmsterdam und spaarndam einschränkt.

Dieses aus der Bruningschen Schrift Angeführte sollte zwar schon eine hinläng-liche Widerlegung meiner eben geäufsertcn Einwürfe seyn, und es liefse sich dannauch wohl eine solche Beengung des östlichen Yees gedenken, deren Profile nachhydrometrischen Verhältnissen auf die Profile des westlichen Yees correspondirten,wobey also die Fahrbarkeit jenes Stromes nichts leiden würde. Was aber den pam-pus und die spühlung der Amsterdamer Stadt - Gragten betrift, so scheint es mir, als wennfür diese die verringung des Fluthstromes im westlichen als auch im östlichen y nichtvortheilhaft sey. Wir wollen nun weiter sehen , wie Brünings diesen nachtheiligenFolgen so viel als möglich durch die niedrige Lage, die 6 7/ unter dieFluth seyn soll, dresrEinschränkungswerkes abce fgh abzuwenden sucht.

Diese niedrige Lage des Beengungswerkes ist es eigentlich, welche für das öst-liche y aus dieser Verengung wenig befürchten läfst, und alle Bedenklichkeiten, die'ich geäussert habe, liefsen sich vielleicht alsdann ganz widerlegen, wenn hydrome-trische Data, von der wassermenge, der mittlern Geschwindigkeit etc. des gesamm 1 -ten y - Stromes vorhanden wären. Und ich habe sie nur angeführt, um zu zeigen,dafs der Hydrotect nie eifrig genug den Wirkungen nachspüren könne, welche voneiner Veränderung, die er mit dem Strom vornimmt, auf andere Theile desselbenhervorgebracht werden.