■V
458
wie 1 : 90 verhält. Oefters ist dieses verhältnifs, auch von diesem angegebenen, ver-schieden, und ich habe nur dabey auf den Strand bey retten ( t. 43 .) und sGrave-sande (t. 40.) Rücksicht genommen. Auf dem strande liegt der seesand bald in schup-penförmigen , in schlangenförmigen, bald in gezackten Figuren, die alle auf das regel-mäfsigste Übereinkommen und parallele Lagen bilden. Sie scheinen sich nach der üirec-tion und der Stärke der wellen zu richten; und wechseln fortdauernd ab. Der see-sand ist mit äusserst wenigen Muscheln vermischt, und enthält nicht viel narytheile,die man auch nur mit Mühe in ihm findet. Er ist sehr fein, aber dennoch scharf.Man sieht es ihm an: dafs er aus Feuersteine oder Kiesel entstanden ist, und dafs ersich unter sich selbst abgeschliffen und abgerundet hat Auch ist er feiner bey derInsel rlieland (s. 45 .) als auf Goeree (t. 46 .), und kömmt er nicht mit der Fluth vonder französischen Küste her, wo der Kalk - und Kreidestein mit Feuersteinen gemengtist? Ferner besitzt er Eisen — ja, Magneltheile, und Berkhey ( natuurlyke Historievan Holland p, 735 .) hat gefunden: das er wirklich feine Eisenspäne anzog. SeineFarbe ist aschgrau: des auf den DÜnen angestaubten aber weislich, weil er da tro-cken liegt, und von den wenigen narytheilen, die der wind wegwehet, entledigt ist.
§. 3. Die Dunen, wandelbare sandhügel, das Land vom Meere trennend, sindgröfsten Theils vom seesande aufgewehet, welches die tägliche Erfahrung bey denliünstlishen Ansandungen beweifst, denn es sind in neuern Zeiten viele Ansandungendurch Menschenfleifs entstanden, als z. b. diejenigen zwischen retten und Kekduynen;andere auf den Inseln Goederede, rexel und vlieland, wo man sie vermittelst sand-deiche oder Buschwände, uferbauwerke, strohbestickungen und Hcmpflanzungen an-ßläubte; auch liegen einige holländische nünen auf gutes fruchtbares Land, worinman noch die Furchen angetroffen hat. Andern Theils bilden diese DÜnen das eigent-liche seeufer, und deswegen ist ihre Erhaltung für Holland äufserst wichtig. Da wo-sie dem beständigen Angriffe der tobenden See blofs gestellt sind, nehmen sie starkan ihrem Fufse ab, ja man rechnet ihre Abnahme an einigen stellen des holländischenufers 12 schuh alljährlich. Bey s’Gravesande (x. 40.), sowie bey retten (t. 43.), sindsie gänzlich ein Raub der see geworden, und die Holländer sind gezwungen, dortviele Bauwerke anzulegen. Ihre Hohe ist gar sehr verschieden; bey natwyek liegensie niedrig — etwa 40 Fufs über die Meeresfläche ; zwischen den holländischen nünenEgmond und camp mögen sie wohl zum höchsten seyn. Ueberhaupt liegen sie nachmeiner Schätzung längs des brabantischen und holländischen Küste 30 bis 100 schuh überdas hohe Meer. Längs der nüste von rr. pomraern, habe ich sie bey der topographi-schen Aufnahme von einem grofsen Theile dieses Landes, selten höher als Ö0 y überdie Oberfläche der Ostsee angetroffen. Sie landwärts urbar zu machen , hat man gros-sen Fleifs angewandt! Zu diesem Endzwecke werden sie abgesandet, wo denn ihr see-wärts liegender Theil dem jieuenlande gegen die kalten Seewinde Schutz gewähret.Von der Methode des Absandens und der Urbarmachung giebt Berkhey in dem ange-