Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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führten werte Nachricht. Die Dunen werden mit Stroh oder Buschzäunen besticht,'mit Helm, Bitterweiden, Haftdorn, Seestrands - Dor, Hippophae rhamnöides S. iinae)bepflanzt, um die Ansandung zu vermehren, oder den Sand zum Festeliegen zu bringen.

4. JVatten sind solche sandplatten, über die die Fluth strömt, und vondenen das wasser bey der Ebbe abläuft, die aber mit einem schlick, in Holland auchklay genannt (ein aus mehr oder weniger Erde - und salztheilen, aus Sauerstoff undThon, auch aussand, Kalk und Bauerde bestehender Niederschlag, mehr oder wenigerstark überzogen sind; und dieser scidicküberzug ist denn ihr cliaracteristisches Kenn-zeichen. Sie liegen isolirt oder zusammenhängend mit dem Gestade, jedoch nichtausserhalb der Inselreihe, die mit der Insel rexel (t. 45.) anhebt, auch nördlichernicht in das Meer hinein, denn schon bey der Insel Helgoland ist keine Aufschlickungzu entdecken, also nur in den Meerbusen und Flufsmündungen , als z. b. in der-dersee bis zu jener Inselreihe längs der friesländischen, gröningschen und oldenburgi-schen KÜste ist sie anzutreffen. Vorzüglich grofs sind die Anschlickungen in der dersee,im Dollart in und vor der Jahde (t. 57.); längs den ufern der rreser - und Elbe - Mündun-gen. Auch in den Rivieren naringalict , Bieningen und Kramer (t, 46.) findet mansie. so war z, b. der sogenannte nah , ein solches watt. Besonders wichtig wirduns aber das von der Fluth unterlaufende vorufer (das watt ) längs der Insel idac-que'e, Dort nennt man es auch Gorsen, aber eigentlich sind doch die Gorsen schondas beweidbare Vorland. Rann man auf den watten das wasser in einen anhalten-den Ruhestand versetzen, so werden sie vom Niederschlage (vom schlick) erhöhet, undsie steigen über die springfluthen empor; erhalten alsdann eine Grünschwarte, das ist,es wachsen auf ihnen der see - wegerich (rlantago maritima), und seestrands-Schwin-gel (restuca maritima), und das Gras. Wenn sie also über die ordinäre Fluth liegen,so heifsen sie wattgrund, Vorland, Groden, oder auch Mayfeld; liegen sie noch einenoder mehrere schuh höher, so sind sie beweidbares Vorland, und man nennt sieMarschen. Die watten treffen wir nur unweit den Mündungen der Flüsse, oder insolchen Meerbusen und seemiindungen, worin sich das süsse wasser mit dem salzi-gen seewasser vermischt, durch welche Vermischung also der Bodensatz, woraus dieWatten und Marschen bestehen, entbunden wird. Es entsteht die Frage: ob nicht dieMasse dieses aus dem Meerwasser entbundenen Schlickes gröfser wird, wenn das Meer-wasser salziger und das clima wärmer ist? und wie fern die Erdlagen, über denender ström in der Ausmündung eines Flusses fliefst, dem Flufs-wasser mehr oder we-niger Sauerstoff mittheilen. Doch ! ich verweise den Leser auf den 10Ö. §. des Flufs-baues.

§. 5. Der seestrand und das watt lassen sich sehr gut unterscheiden, so ist z. b. beyCuxhaven (t, 48.) vor dem Steinmarner-neich ein wirklich blofser sandiger seestrand;vor dem übrigen ufer aber ein watt. Hier ist es schlick, dort seesand und b.ey der

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