Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
463
JPEG-Download
 

46 5

sere nossirung des Deiches angriffen, welche nur noch nach der Linie e b b stehenblieb. .(*). Der Deich war fast zerrissen, obgleich die sturmfluth die uro ne nicht er-reichen konnte, wann kein pfahlwerk da gewesen wäre. Auch vor dem neichstück,wo das pfahlwerk ganz neu war, und vor welchem zwey in der Spitze zusammenstos-sende hölzerne nöfter lagen, nämlich bey dem Nummerstein 45, am Buytendyk, Tab.55., woselbst das watt bey der Ebbe trocken läuft, über welches also die wellen inihrem Anlaufe gemäfsigt werden, hat diese sturmfluth die pfahlwände, sammt ihrenGurtungen aus dem Grund gehoben; umgekehrt gestellt, und die treibenden pfählegegen den neich geführt, welche darin äusserst nachtheilige Einwühlungcn verursach-ten. Am worltumer - Deich ist sogar von dem Anstossen der triftig gewordenen pfählewirklich ein Durchbruch entstanden, wie der Graf wassenaar in seiner Preisschriftversichert. So gefährlich und nachtheilig sind also die steilen hohen pfahlwände, unddoch kann man sich an einigen orten, und vorzüglich in Friesland, nicht entschlies-sen, sie abzuschaffen! I Ich selbst habe es bey einem mäfsigen winde gesehen: dafsdie wellen über das pfahlwerk am Züricher - ort schlugen, daher auch längs der in-nern pfahlwand eine Lage von ziegelgraus geschüttet werden mufste, um nur die Deich-zehe zu erhalten; ob sie gleich an vielen stellen über die tägliche rluth liegt. Meh-rere Erfahrungen lehren auch an dieser seewehre, dafs die wellen doppelt so hoch,als die senkrechten pf.ahlwände aufbrausen, und sonach habe ich sie in Fig. 1. nochnicht kräftig genug ausgedrückt. Auch sind die Reparaturen der pfahlwdpde sehrkostbar, und da, wo der pfahlwurm ist, unerschwinglich. So kosteten z. b. l6 FufsLänge, im J. 1770., die summe von 4Ö2 Gulden; im folgenden Jahre mufste noch ei-ne ninterkiste für 185 Gulden 11 Stüber hinzugefügt werden, so dafs l6 Längen-schuh Q15 Gulden 6. stbr. erfoderten. Die erste Anlage der parallelen pfahlwand vordem Fünftheils - Deiche kann also wenigstens zu 2-J Millionen Gulden gerechnet wer-den. Welche summen müssen nicht erst die hölzernen nöfter gekostet haben. Beydiesen Ungeheuern Kosten kann das pfahlwerk doch nur wenige Jahre bestehen; theilsdes wurmfrasses wegen, anderntheils weil es täglich nafs und trocken; endlich, weiles von den wellen heftig angegriffen wird, und nur rörlenholz dazu genommen ist.Camper meint, es könne 40 Jahre lang ohne Reparatur bestehen, aber der Graf was-senaar beweifst durch Rechnungen, dafs es alle 20 Jahre und noch öfter erneuert wer-den mufs. Alles was von den Nachtheilen der Holzwände gesagt ist, gilt auch vonden hölzernen nöftern, welche gröfstentheils ohne plan angelegt sind. Eine Behaup-tung, die ein «lick aufT. 55. und 56 . beweiset, wo sie die sonderbarsten hiroglyphischenFiguren bilden. Da die aufrollenden wellen gegen die steilen wände dieser werke auflau-

(*) Auf Tab. 56 . rig, i. ist dieses rebemürzen der wellen figürlich dargestellt. Aber nicht allein andiesen pfähl wänden liefen die wellen so hoch auf, sondern auch an den ehemaligen pfähl wändenvor dem nordhollä'adischen Seedeiche, S, Outwerp op den tegenwoordigen Dyk vool en bewesteuMedenblick 1737,