Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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laufen, und dann entweder über sie hin, und vor sie niederstürzen, so entstehen rie-fen längs und vor denselben, selbst da wo vor ihrer Anlage ein flacher Strand war,entstanden Tiefen, die von 10 bis IQ Fufs unter die tägliche Fluth reichen. Die son-derbarsten Directionen dieser «öfter verursachen noch überdem widerströme, und daeinige zu weit in die See stehen, so leiden sie auch vom Eisgänge, noch weit mehraber von sturmfluthen und vom pfahlwurm. Die grofsen summen, welche zur Repa-ratur der parallelen Holzwände haben verwendet werden müssen, übersteigen fast dieKräfte der Deichcommüne, und so können die HÖfter — wenig Effect leistend — nichtimmer mit Sorgfalt unterhalten werden, daher sind auch einige ziemlich destruirt.Sollte die Noth endlich auch hier nicht eine bessere construction einführen? Doch!ich werde in den Beschreibungen der seeuferbauwerke noch Gelegenheit haben, diewachtheile, welche mit dem Pfahlbau verbunden sind, zu erörtern.

Nachtheilig sind auch alle vertical von steinen aufgeführten HÖfter, wie z. b. die«öfter vor den Lagunen von Venedig (t. 90). Indem die wellen an die verticalenwände eines solchen nöftes anbranden, erreichen sie eine doppelte und dreyfache Hö-he. Die gegen diese verticalen HÖfter anschlagenden wellen wirken auf die Meeresflä-che einige hundert schuh dergestalt zurück, dafs die hieraus entstandene Bewegungden Seesand forttreibt, und die Tiefe vor den HÖftern zunimmt; ja! die w r ellen stürzenüber einen seedeich, der vor sich vertical stehende Bauwerke hat, und durchbrechen ihn.Din Beyspiel hievon geben diese venezianischen seeuferbauten. S. rig. v. und vn, Tab. 90.Man mufs also den von steinen aufgeführten seeuferbauten soviel Böschung , als mög-lich, geben.

$. 7. Die Lage der seeuferbauwerke oder der HÖfter auf das seeufer mufssenkrecht auf dieses seeufer geordnet werden: weil dieselben sowohl der längs der «üstehinziehenden Fluth-, als dem Ebbestrom widerstehen sollen, und die perpendiculärenWerke das gröfste Ablenkungsvermögen ausüben. S. S. 234. Auch verstärkt ein in dieSee hineingehendes, auf das seeufer perpendiculär liegendes Bauwerk, die Geschwindig-keit des Fluthstrom.es nicht, weil es das profil der bewegten Masse, dessen Breite ge-gen die Länge des HÖftes, als unendlich grofs betrachtet werden kann, nicht ein-* schränkt; mithin leitet es die nächsten wassercolonnen ab, ohne dafs sie schnell umden Kopf des HÖftes umgebogen werden und sonach kann hier keine anmerkenswerth«Vertiefung entstehen. Für die perpendiculäre Lage der seeuferbauwerke spricht auchdie Richtung des ueberfalles vom Fluth - und Ebbestrom, und von der welle. DieseRichtung ist nämlich allemal perpendiculär mit dem werke, mithin würden über einsolches HÖft, das einen stumpfen Winkel mit dem seeufer bildete, die w T ellen, so wieder Fluthstrom, an den Fufs des seedeiches oder des Seeufers, welches hinter solchenBau liegt, anbranden; und ihn zu zerstören trachten. S. s. 229. u. s. w. Fernerlehrt es die Erfahrung, dafs die, in einer declinanten Lage liegenden HÖfter viele wider-ströme erzeugen, wenn die höchsten Barren von den sanft ablaufenden, perpen-