Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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also abermals ein kostbarer Bau, welcher ohne System — ohne Direction eines ge-schickten seeuferbaumeisters — angelegt ist. Man sieht es ihm gleich an, dafs erleider nur von gewöhnlichen Werkleuten und Deichsgeschwornen geführt wird. Aberder neichscommiine kommen die Mifsgriffe auch hoch zu stehen; jährlich werdenfür 200 Quadrat - Ruthen Landes fünfzehn Gulden Deichsgeld entrichtet, und der Stromgreift endlich immer mehr um sich. So ist z. b. der polder von wolpen, östlichBreskens gelegen, von der December-Fluth (1798) überströmt worden, und der see-deich dieses Polders ist dem Meere überlassen.

$. 43. Der seeuferbau auf der Insel irdlchern (t. 57. und 63.) bietet uns ei-nen Schauplatz von grofsen. werken dar, den ich i. J. 1800 mit wahrem Interessegesehen habe. Diese Bauwerke sind an mehreren stellen des Eylandes zerstreut,l) Liegen oberhalb vlissingen drey pfhalhöfter und zwischen denselben eine guteSteinböschung, längs dem Deiche, s. t. 63. Die Steine sind da swischen pfahlreihen, dieVierecke bilden , gelegt. Diese pfähle stehen aber vor den steinen nicht hervor, undsind also zweckmäfsig, wenn gleich sehr kostspielig! 2) Westlich vlissingen liegen gleichfalls pfahlhöfter und solide steindossirungen. Der Leser lernt die Lagedieses seeuferbaues aus t. 57. kennen. 3) Ausser diesen Seeuferbauwerken — öst-lich und westlich vlissingen — enthält die Insel walchern , welche in vier wasser-bezirke (waeteringen) eingetheilt ist, ein wichtiges seeuferbau-Local, a) In der oostwatering t. 57., die bey dem Fort van Angle angeht, liegen längs dem seedeiche eineMenge Buschhöfter, und der Deich ist an vielen stellen init Stroh bekrampt- b) In dersüdwatering sind pfahlhöfter, auschbermwerke und steindossirungen , wie ich eben be-merkte. c) Die westwatering hat kein Interesse für den seeuferbau, aber desto gröfser istdasjenige, welches die vierte watering, die vyfambachten genannt, darbietet. Hier liegennämlich d) der seedeich und die seeuferbauwerke bey trestcappel, welche des seeuferbau-meisters Aufmerksamkeit werth sind. Dieses Deiches Länge beträgt 696 rheinl. Ruthen,Dessen Hohe über das Mayfeld ist 20 bis 26 Fufs. Mit seiner inneren Kronenlinieliegt er 22 Fufs über die ordinäre Fluth. Dessen äussere Kronenlinie liegt drey schuh niedriger als die innere. Die schräge Krone ist zwischen 12. und 24 Fufs breit. Dawo sie nicht zum wege dient, geht der Deich von der innern Kronenlinie nach einerBöschung fort, so dafs man eigentlich keine Krone bestimmen kann. Die äussereAnlage verhält sich zur Hohe wie 13-§:1; die innere wie 1:1. Also ist die gesammteBasis 310 Schuh breit. Wir dürfen uns indessen über dieses grofse profil nicht wun-dern , so bald wir bedenken, dafs der neich, ausser einer lf- bis drey schuh dickenKlaydecke, aus blofsem feinen Seesand besteht (*), dafs die wellen mit Heftigkeit auf(* A11 einigen Stellen ist die Klaydecke kaum einen Scliuli dick. Das profil, welches ich beschreibe, istnach der Linie a f bey der westcappler Windmühle genommen worden. Bey der dünnen Klaydeckeleidet die Sti'ohbekrampung c d an restigkeit, denn solche kann nur in einem fetten Thon - oderKlavboden und nicht in Sand verfertigt werden ; diese ist übrigens musterhaft. Auch mufs sie hochgenug hinauf gehen, weil die wellen die ,Dossirung mit Seemusclieln bedecken, also das Grafe nichtaufkommt.