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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Indessen bestand die gröfste Schwierigkeit bey diesem unternehmen in der zweck-mäfsigen Anordnung der Hafenstrasse, in welcher die schiffe auch bey stürmischemWetter einlaufen sollten, Doch ich werde, sowohl hier über, als über die Bafsins,schleusen - und Hafen - Etablissements, weiter unten nähere Auskunft geben, und ei-nen Verbesserungsvorschlag entwerfen, zuvor aber

$. 55. Die Rhede - oder die seine-Mündung, näher beschreiben!

Die rlulh, aus der manche kommend, wälzt sich vor die Seine -m'ündung aufdie östliche Küste, d, i. auf das cap de la neve (s. Tab, 59 . die «arte der seine-Mün-dung) und auf das nördlicher gelegene cap von Antifer. Sie würde vor jener hervor-tretenden Landspitze vorüberziehen, wenn sie nicht vor dieses cap einen widerstand litte,der sie südlich hintreibt, und das also ein Schöpfwerk (I. b. s. 22.) obgibt. Da dieKüste vom cap-Antifer bis la Heve eine Richtung von wordnordwesten auf südsüdostenhat, und die seine-Mündung von osten nach westen läuft, so schlürft diese Mündungden rluthstrom ein, indem sie als ein grofser Meerbusen anzusehen ist. Auf dieseweise scheidet sich ein Theil der Fluthmasse, in westlicher Richtung, von dem flu-thenden Meere und dehnt sich also in die seine-Mündung aus, und zwar nach zwoverschiedenen Richtungen, die eines Theils aus der nirection der Fluth im Meere undandern Theils aus derjenigen des vom cap - Antifer zurückkehrenden Stromes entste-hen. Der gröfste Theil dieser Fluthmasse (ich will sie den gröfsern pluthstrom nen-nen) läuft zwischen den Sandbänken von Ratelets und Amfard und der Bane les hautsde la Rade auf navre; der geringere Theil der Fluthmasse dringt aber zwischen demcap de la neve und der Bane de VEclat, in die seine-Mündung hinein. Also ist eseinleuchtend: dafs die Fluth vor navre mit einer gröfsern Geschwindigkeit als vorHonfleur aulläuft; daher erreicht sie vor diesem letztem Hafen bey Vollmond f stun-den später ihre gröfste Höhe als gegen dem gegenüberliegenden Harfieur. Diese ver-schiedenen Richtungen, in welchen sich die Fluthmassen bewegen, mufsten sonachdaselbst, wo die eben genannten Sandbänke liegen, widerströme erzeugen, und diesehatten einen Stillstand des Wassers, der längere zeit anhielt, als wenn in dem ge-sammten Querschnitt der seine - Mündung eine regelmäfsige Bewegung des Ebbe - undFluthstromes statt gefunden hätte , zur Folge. Diese widerströme bewirkten demnacheine Störung in dem rluthstrom, und verringerten dessen wassermasse, welche in dieseine eintritt: daher die vielen nachtheiligen Sandbänke, die nunmehr den Flufs - Stromnoch mehr schwächen, und welche die Seichtigkeit der seine flufsaufwärts vermehren,s. §. Q5. 1. b. Ausser diesen Ursachen zur Versandung der seine-Mündung wirkt nocheine andere, die wir in dem zvveyten Widerstrom, welcher sich vor dieser Mündungeingestellt hat, finden. Er wird nämlich von der Ebbe des Meeres bewirkt, indemsie auf die Küste von La neve aufläuft, während es in der seine noch nicht ebbt.Auf diese weise wird also der Abflufs des seinestroms geschwächt, und gleichsamzurückgeschoben; und in dem Bezirk dieses Widerstroms kann sich der Flufssand und