Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
204
JPEG-Download
 

204

hinten schief aufgestellten Baum nach dem plaschenzug l. 2. und von da ein ande-res spanns&il nach dem Ende 3. des scheerenbaums und dem Fenster unter 4. Ver-mittelst des Takelfalls von l. 2. hatte man die Neigung des Gerüstes nach vorne inseiner Gewalt. Ihm entgegen wirkte das lange Spannseil 7, welches nach den Ringin dem Felsen herunter lief, woran vorher das Spannseil des grofsen rakels befesti-get war.

Wir kommen nun zur zweyten Steinlage Tab. 55., die aus 13 steinen bestand,und bemerken, dafs, ebe sie in ihrem Lager befestiget werden konnte, die Arbeiterzweymal durch sturm von dem Felsen vertrieben wurden. Der erste gieng glücklichohne schaden an der nicht vollendeten Arbeit anzurichten vorüber ; aber der zweyte,welcher so heftig war, dafs die wellen, welche über den 24 Fufs oberhalb der Spi-tze des Felsens erhabenen Takel hinwegstürzten, fünf grofse steine fortrollten, worun-ter einer bereits in seinem Lager befestiget, zwey nur eingesetzt, aber nicht befe-stiget ; die übrigen theils mit netten angebunden , theils mit Gewichten beschweretwaren *). So unangenehm die Folgen dieses sturmes waren; bewiesen sie doch dieAusführbarkeit der eingeschlagenen Methoden: die einzelnen steine sowohl in ihren,als mit der nächst vorhergehenden und folgenden steinlagern zu befestigen, welchesjetzt näher beschrieben werden soll. Es ist bereits erwähnt worden: dafs die ein-zelnen steine einer jeden Lage auf den werkplatz genau, und besonders bearbeitet;in ihre respectiven Lagen gebracht, und so bezeichnet werden mufsten, damit sieauseinander genommen und auf dem Felsen leicht wieder in ihre gehörigen Stellengebracht werden konnten. Dies geschah auf einer auf dem werkplatz dazu einge-richteten Plattform a b, (siehe unten in Fig. 16. Tab» 54.) auf welcher man die einzelnenSteine einer kreifsförmigen Schichte eben so fügte , wie sie auf dem Felsen gesetztwerden sollten. Auf dem iviittelpunct der Schichte, durch die Mitte eines jeden Stei-nes, wurde sowohl der Halbmesser als auch concentrische Kreifslinien gezogen. Ueber-all, wo diese Linien die Fugen der Steine durchkreutzten, wurden in die beydenaneinander grenzenden Steine, vermittelst eines eisernen Stabes und Sandes , solcheGruben eingeschnitten, so dafs man sowohl durch den sinn des Gesichtes als auchdes Gefühles die steine, beym Bau, in ihre gehörige Lage bringen konnte. Bey densechs untern steinlagen, welche zur Ausfüllung der stufen des Felsens dienten, ver-fuhr man im Ganzen eben so , nur dafs, statt der Halbmesser und concentrischen

*) Zum ueraushebesi der Steine ans dem Wasser bediente man sieb eines Werkzeugs r, 17. t. 54. Es be-steht aus einem 12 Fufs langen, vorne mit einer eisernen Spitze versehenen Stab b. Die Spitze wirdin eines der Nagellöcher des Steines gesteckt, das Seil-d f e an dem Flaschenzug gebracht. Der kurzeArm e mufs so gerichtet werden , dafs er verlängert durch den Schwerpunct des Steins gellt. Wegender Länge des Arms g zieht sich die Spitze des Stabes durch eine am Seil angebrachte Kraft nur festerin das roch des Steins. Um bey unruhiger See auf den Boden des Felsens sehen zu können, bedienteman sich eines Sprachrohrs, dessen weite Qefnung man 8 bis io Zoll unter die Oberfiäshe des YVas-ssrs brachte.

J