Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
205
JPEG-Download
 

205

Kreifslinien, mit den stufen paralelle und auf diese senkrechte gerade Linien gezo-gen wurden.

Besondere Aufmerksamkeit erforderte die Legung der vier Hauptsteine auf jederStufe des Felsens. (Man sehe die verschiedenen Figuren der 53sten Tafel), DieSteine wurden , wie bereits oben erwähnt worden ist, nach besondern, auf dem Fel-sen genommenen Modellen behauen, auf der Plattform in ihre gehörige Lage gegeneinander gebracht, und die Zwischenräume von einem stein zum andern durch höl-zerne Probestückchen gemessen. Vermittelst diesen konnten sie auf dem Felsen leichtin ihre Lager gesetzt, und wo noch etwas fehlen sollte, durch Behauung der steineoder des Felsens, nachgeholfen werden. Die dazwischen passenden Steine wurdenalsdann nach den auf ihnen eingehauenen Merkmalen eingesetzt.

Auf die schmalen seiten der steine wurden von der untern bis zur obern Flächeeiner jeden Steinlage Höhlungen , drey zoll weit und ein zoll tief, eingehauen. Zuden Vertiefungen wurden eichene Keile bereitet, welche etwas schmäler als drey zoll,am Kopf kaum einen zoll, an der spitze § zoll dick waren. Die Anordnung derHohlen zeigen die verschiedenen Figuren der 53. Kupfertafel, wo die kleinen schwar-zen Parallelogrammen längs den Fugen der Steine die oeffnungen der noblen andeu-ten. Die Stellung rechter oder linker Hand der Fuge giebt an, in welchem steindie Höhlung ausgehauen ist. Wenn die Länge der Seite eines Steines nicht über 14zoll betrug, so wurde eine Höhlung in der Mitte der Seitenfläche, bey einer Längeder Seite von 18 zoll und darüber zvvey Höhlungen für hinreichend gehalten.

W T enn ein Stein zum Einsetzen zugerichtet war, so wurde der in Zukunft zubeschreibende Mörtel jedesmal frisch bereitet, indem in einem Eimer zuerst J Bü-schel Kalch mit der hinlänglichen Menge wassers, mittelst eines hölzernen Rührlöf-fels, wohl unter einander geschlagen, und hierauf, bey fortgesetztem Schlagen, dieübrigen Ingredienzen hinzugethan wurden. Der so zubereitete Mörtel wurde in dasBett des Steines gegossen, und hierauf der Stein, mittelst des kleinen sheerentakels kFig, 2. rab, 54. , niedergelassen, und nur wenige steine erforderten die Anwendungdes grofsen rakels - und Flaschenzugs. Der in sein Bett gesenkte stein wurde ver-mittelst einer Weingeistlibelle und eines hölzernen nammers in eine horizontale La-ge gebracht, und nach den eingeschnittenen Marken gehörig gerichtet. Nun mufsteer noch befestiget werden; zu dem Ende wurden in jede der an den seiten des Stei-nes ausgehauenen Höhlungen 2 von den oben beschriebenen eichenen Keilen einge-trieben , der eine mit der spitze aufwärts, der andere mit der spitze unterwärts ge-bahret. Der erste wurde mit der Hand gehalten, indefs man den andern mit einerkleinen eisernen Kamme einschlug, wodurch die Keile so fest in die oeffnungen ein-getrieben werden konnten, so dafs man, ohne gehörige Vorsicht, selbst die steinegesprengt haben würde. Üeberdiefs wurden zwischen die uöpfe der Schwalben-schwänze ein paar dünne Keile eingeschlagen, welche, indem sie den Stein aus der