darauf verwendet! Zu seinen wichtigsten Unternehmungen kann man die Trockenle-gung des sogenannten nrömlings , zwischen der weserund Elbe, rechnen, zu derenErhaltung jährlich 6000 Rthl. ausgesetzt waren, die ich wegen dem Entwurf zum canalzwischen diesen beyden Flüssen, auf die Einladung des Königs von tvestphalen , be-reist und ganz genau untersucht habe. Auch die von dem churfürsten carl Theodorohnweit Neuburg an der Donau , und zwar gröfstentheils auf Staatskosten, bewerk-stelligte Entwässerung des Donaumooses, ist ein kostspieliges unternehmen. So sinddie Austrocknungen von Aquileja am adriatischen Meere, die ich aus Auftrag des Kai-sers von oesterreich im Jahre 1803, untersuchte, ein Monument der Regierung vonMaria Theresia ! Alle- diese Unternehmungen verschwinden aber im vergleich mitden Austrocknungen und Entwässerungen Hollands, von denen ich in diesem werkenähere Auskunft geben werde. Sie sind wahre National - Monumente und ihres Nutzenswegen über die Tempel und Amphitheater Roms zu sefzen, und kosten mehr dennzwey Hundert Millionen Gulden. So nützlich auch dergleichen Anlagen sind, so hatman sie doch in manchen Ländern gar sehr vernachläfsigt, und es nicht einmal derMühe werth gehalten, solche Gesetze zu geben, welche sie erleichtern; ja man hin-dert, sey es aus Sorglosigkeit oder Einseitigkeit und Verachtung wahrer Kenntnisse,die Ausführung reiflich entworfener plane ! Anderswo frägt man wohl gar, welchesmeinen Lesern unbegreiflich seyn wird, solche Männer um ihr Gutachten, denen dieersten Grundsätze der Wasserbaukunst fremde, und die dafür allgemein bekannt sind,dafs sie sich in alle Geschäfte mischen, viel versprechen, wenig halten, alles anfan-gen ohne es zu enden, und nur die verderbliche Kunst verstehen, durch die Gefällig-keiten gegen Andere, und dadurch, dafs sie den untergeordneten freyen Spielraum imDienste lassen, sich eine Menge Anhänger verschaffen. Ich könnte über alles die-ses Thatsachen liefern, aber gewisse Rücksichten verbieten diefs! —
Die Mühlen und die willkühr der Müller, womit sie die wehre und pachbäumeanlegen, wird von manchen Justizstellen gegen die Grundeigner in schütz ge-nommen, wenn gleich Tausende darunter leiden und ganze Landesbezirke in sümpfeverwandelt werden! ! Während mit dieser Sorglosigkeit verfahren wird, breiten sichindessen die ueberschwebimungen immer weiter aus*
Es ist unglaublich, mit welcher Stumpfheit und unkunde die Anlage der wehreUnd Mühlen öfters betrieben wird. Man erwäge nur, dafs die Müller ein zwanzig-bis ein rünfzehntheil alles dessen, was die Erde an Getreide hervorbringt, als Mehl-korn beziehen, und man wird es sich erklären können, dafs sie mit ihren schlechtenMühlen immer noch einen unerhörten Gewinn haben. Würden aber die Mühlen undwehre eines Landes nach den Grundsätzen der wasserbaukunst angelegt, so könnendie wehre keine ueberschwemmungen verursachen, die Mühlen besseres Mehl undSchrot liefern; man wird kein ungesundes zum Theil mit vielen sandc untermischtesisrod erhalten und die Mühlgäste werden nicht ein vier und zwanzig Theil an Mehl-