2o7
körn abzugeben haben, wahrend die Müller mit ihrem Verdienste vollkommen Zufrie-den seyn können.
Wie nothwendig eine Reform mit den jetzigen ivsiihlweferen und vielen Mühlen sey,dieses habe ich in meinen frühem Schriften an mehreren orten, aber leider ohne Erfolg,gezeigt. Selbst die Flüsse, welche die Natur zur Schiffahrt und Aufnahme der kleinen Gewäs-ser eines Landes bestimmt hat, werden mit wühlen in die uöhe gelrieben, und sozur Erhöhung ihres Bodens, mithin zur ueberschwemmung genöthiget; ja ich kenneeine grofse Austrocknung, die mehr als zwey Millionen Gulden gekostet hat, auf dieman Colonien anlegte, und die jetzt, nach wenig Jahren ihrer Anlage, wieder inMorast verwandelt war, weil der Hauptentwässerungsgraben fehlerhaft in den naupt-flufs geleitet, am untern Ende verschlammt ist und über diefs Mühlen trieb. Diese sindnun, nach meinem vorschlage, fortgeschafft, und die Austrocknung wieder des sumpfwaS-sers entledigt und ausserordentlich verbessert worden. In nur wenig Ländern bestehenVerordnungen über die Befugnisse, die Austrocknungs-Canäle über fremdes Eigenthum zuführen, und kein Staat hat ein vollständiges wasserrecht aufzuweisen. Täglich wer-den jedoch eine Menge Streitigkeiten über die Benutzung der Gewässer zu den Müh-len und Maschinen aller Art, über die Austrocknungen und Bewässerungen verhan-delt und entschieden, ohne dafs in den darüber geführten Akten gründliche Untersu-chungen Vorkommen, womit ein ächter wasserbaukundiger sich befriedigen könnte*
Manche stellen lassen sich über Wasserbau - Gegensände, Gutachten von sogenann-ten Kunstverständigen, worunter sie zimmerleute, MÜhlwerkleute, Maurer , Feldmes-ser, Müller, Schichtmeister, Förster, Salinenbeamte, Kunstmeister, civilbau - Inspecto-ren die nichts vom Wasserbau verstebehen, begreiffen, vorlegen, und dann wirdnach diesen verfahren, während gründliche, selbst berühmte wasserbaukundige demStaate mit Erfolg dienen, und die Aufmerksamkeit des Auslandes auf die einheimi-schen w~erke bewirken. Der Erfolg solcher unreifen Vorschläge ist leicht vorauszu sehn! Kommen aber dergleichen Vorschläge den w'asserbaukundigen zur Prü-fung und werden diese ihre Vorschläge angenommen , so sammelt sich eine zahl in-triganter Widersprecher, die gegen die Ausführung arbeitet, weil die Vorschläge dersogenannten Kunstverständigen verworfen wußden. Dann werden während der Aus-führung Gerüchte aller Art ausgestreut, die Zahlungen verzögert, der Bürger undLandmann, dem die Anstalten die gröfste w r ohlthat werden, dagegen eingenommen,und es müssen erst Jahre vergehn , bevor diese Intriganten, der guten Sache dasFeld räumen,
Grofse Anlagen, worunter auch die wesentlich zur Vermehrung des National-Reichthums beytragenden Austrocknungen und Bewässerungen gehören, können über-haupt nie gedeihen, wenn darüber Jahre lang schriftlich verhandelt wird; und wie-wohl manche dafür halten, dafs über dergleichen Gegenstände recht viel und lange,und von vielen vieles geschrieben werden müsse, wenn man nicht von ihnen das
tS