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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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§.,15. Der künftige Wasserspiegel am Anfangspnncte des r.nlwäs s er u n gs c a n al smufs, je nachdem der sumpf fest oder porös und quellicht ist, hoch oder niedrig,jedoch immer einen bis vier schuh unter der nasis des sumpfwassers angenommenwerden, damit der Canal dasselbe an sich ziehe ! Relativ wird diese Bestimmungimmer seyn und bleiben; so lange man nicht a priori wird berechnen können , wieviel das wasser in dem canal, nach der erfolgten Entwässerung, fallen mufs; und sol-che Berechnungen werden die Quellen u. d. gl. nicht genau zulassen! Es könnte al-so der Fall eintreten, dafs man den Entwässerungscanal noch in der Zukunft vertie-fen miifste, und in dieser Hinsicht ist es rathsam, den Anfangsqunct seiner sohletiefer zu legen, als es die gemachten Untersuchungen für nöthig halten. Diese Vor-sicht kömmt auch bey den nachherigen Aufräumungen der Gräben gut zu statten.Die möglichst tiefste Lage ist daher auch für den Endpunct der Sohle des canal-s oderfür den Boden der Entwässerungs -schleuse, zu wählen.

§. 16 . Wiewohl bis jetzt keine genugthuende Theorie bekannt ist, nach wel-cher sich aus der Neigung des fliessenden Wassers oder aus dem Abhange des Bettes,worauf es strömt, die Gröfse der Geschwindigkeit berechnen liefse: so kann doch nachder Erfahrung bey läufig die Grölse desjenigen Abhanges eines Entwässerungscanals be-stimmt werden, bey welchen eine solche Geschwindigkeit erfolgt, die das Aufschlies-sen oder wachsen der Wasserpflanzen im canal nicht gestattet, und dieses ist eigent-lich derjenige Abhang, den man wenigstens, wenn es möglich ist, den Entwässerungs-canälen stets geben sollte. Er verhält sich nach meiner Erfahrung zur Länge wie3400 zu 1. *), im Fall der Canal eine Tiefe von 2$ schuh hat, und 12 bis 24 Schuhbreit ist. So habe ich z. b. die Neigung des Landgrabens im Grofsherzogthume Hes-sen (Tab. K.), den ich in der Folge erwähnen werde, in einigen Theilen so gefunden,dafs sie sich zur Länge wie 1 : 3 530 verhielt, und es waren in diesem Bezirke, woer eine hinreichende Tiefe hatte, wenige Wasserpflanzen anzutreffen. An andern stel-len, worin sich die Neigung zur Länge wie l : 2Ö23 verhielt, und das wasser 6 , 5zoll Geschwindigkeit in der secunde hatte, wuchsen in diesem Landgraben gar keineWasserpflanzen, nämlich da, wo seine Tiefe zwey schuh sechs zoll betrug. Sechszoll Geschwindigkeit sollte man also solchen Entwässerungsgräben zu geben suchen,wenn das Gefall des Terrains, d. i. der Abhang seiner Sohle, es gestattet. Wo das nicht ist,da wird man die Neigung verkleinern müssen, Bey den Auswässerurigs- Anstalten ist esrathsam, diese Neigung zu vergröfsern: denn dabey führen öfters die obern Queerschnittedes Abzugscänals, welcher seitwärts seiner ganzen Länge nach das wasser aufnimmt, we-niger wasser als die untern, und die Bewegung des Wassers im canale mufs daher

v ) Bey dieser Bestimmung nehme ich an : daO der Abhang gleich der Steigung sey ; also die Oberflächedes Canals mit dem Bette parallel läuft, welches auch bey solchen regukireu Gräben , die jährlich aus-geränmt werden müssen , der rall seyn wird.

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