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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Austrocknungscanal, welcher dann den Entwässerungscanal bildet, in seinem unterniheile, zu vertiefen, oder den Lauf des nauptrecipienten, vermittelst Durchstichen,zu beschleunigen suchen, um durch diese Mittel die Geschwindigkeit des Entwässe-rungscanals zu vermehren.

§„ 1 8. Also darf man auf dem Entwässerungscanal weder Mühlen, wehre, nochwasserkehrungen, welcher Art sie sevn mögen, anlegen, er könne dann die Unter-brechung des Abhanges, in Hinsicht seines grofsen Falles und seiner tiefen Lage, ver-tragen , ohne dafs dessen wasser an der zur Entwässerung nöthigen Geschwindigkeitverlöre; dafs er also, ungeachtet der Anlagen, die seinen Abhang schwächte*’, einehinreichende Neigung behalte, um den trocken zu legenden Bezirk vollkommen zuentwässern» Aber leider liefsen Veranlassungen mancherley Art diesem Grundsätzeoft entgegenhandeln; ja, es sind Bezirke, die bey der ersten Trockenlegung vollkom-men entwässert waren, nachher und zwar durch vernachläfsigung der Grabenaufräu-mungen, durch Bepflanzungen von Bäumen an den Grabenufern, mit Anlegung vonMühlen und wehren auf die Hauptcanäle, von Neuem in Moräste verwandelt. Sosind z. b. die pontinischen sümpfe, die zu den Zeiten der KÖmer nutzbares Land wa-ren, ein schrecklich warnendes Beyspiel für Länder, deren Entwässerungs-Anstaltenvon Jahr zu Jahr schlechter werden!

$. lg. Um die Entwässerung gut zu erhalten, d. i. die Auswässerung zu be-werkstelligen: müssen alle Gräben von Schilf, Moder, ivohr und dergleichen gereini-get werden, wenn es nöthig ist, weil dieses Material die Geschwindigkeit des Graben-wassers d. i. den Abzug des Sumpfwassers verringert. Das aufgeworfene Materialwird gleich von den Grabenwänden 12 bis 24- Fufs entfernt, damit der Regen es nichtwieder in den Graben hineinschwcmmt. Erst wenn es verfault und ausgefroren ist,bringt man es auf die wiesen, als Dünger! Wo man es aber auf die ufer der Grä-ben hinwirft und liegen läfst, da sind die Anstalten schlecht; da ist kein sinn fürdie Agricultur; da verkennt man die Beförderungsmittel de8 Wohlstandes *). DerHauptgraben sollte in dieser Hinsicht nicht mit Bäumen besetzt seyn, wenn er nichtWenigstens mit lf- schuh Geschwindigkeit in der secunde fliefst, weil das Laub, beyeiner geringen Geschwindigkeit, ihn erhöht und den Abflufs des Wassers hemmt. Auchdie dem wasser einen widerstand darbietenden wurzeln haben diesen Erfolg; ja diewurzelspröfslinge senken sich nicht selten in das wasser hinein und hemmen dessenGeschwindigkeit. Bey den Gräben, die einen hinreichenden Abflufs haben, solltendaher die säume, ihrer wurzeln wegen, wenigstens acht schuh von den Grabenwän-den entfernt stehen. Auf den Grabenufern und wänden müssen also nur von denrothen saalweiden und andern weidengatlungen gesetzt werden, wenn die ufer nicht

*) Zu den Graben - Aufräumungen bedient man sieb mit Vortheil des auf rab. gi. bey a , e und c abge-bildeten Spatens.