Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
249
JPEG-Download
 

249

Wo der Boden nachgiebt, aber doch nicht zu morastig ist, da kann man diewände und das Bett des canals mit Bruchsteinen, ziegelgraus, Mauerschutt oder 'Kie-selsteinen beschütten, und man wird seinen zweck erreichen; eine Methode, dieauch nrindley an einigen stellen des canals von »ridgewater angewendet hat. Zu-weilen wird man gut thun, ehe dieses Material gelegt wird, eine aus einer Buschla-ge zu verfertigende uferdecke (s. i. b, s. 2Ö8,) zu machen und darauf erst dasselbezu schütten.

§. 26. Da wo dem Haupt-Abzugsgraben hohe Berge entgegen stehen, wird mangenöthigt seyn , Stollen zu führen, ja reisen zu sprengen, und ich verweise deswegenauf die canalbaukunde. Die Römer haben uns eine merkwürdige Arbeit in der Was-serleitung aus dem uacus Fucinus in Italien geliefert.

§. 27. In einigen Gegenden wird es nothwendig, die Flüsse, welche sieh in diezu entwässernde Bezirke ergiessen, zwischen Dämmen von Lehm, Thon oder Damm-erde, oder zwischen raschinenbauten, Mauern und von steinen aufgesetzten Dämmen,oder in hölzernen Gerinnen zu führen, und über den Abzugscanal, mittelst eines ge-mauerten oder hölzernen Aquäducts , zu leiten, Ihre Anlage ist zum Theil im lstenBande beym Deichbau gelehrt, und beym canal - und Wasserbau kömmt das wei-tere vor,

f. 28» Wenn ein zu entwässernder Bezirk oberhalb eines Sumpfes, der ausTriebsand besteht, liegt, und der nicht trocken gelegt werden soll, weil es öconomischnicht vortheilhaft ist; der Entwässerungsgraben aber nicht anders als durch diesensumpf gehen kann: so wird statt des Grabens eine Röhrenleitung oder ein oberirdi-sches Gerinne gelegt, damit das wasser nicht in dem sumpfe stehen bleibt, und end-lich in den trocken gelegten Bezirk zurücktritt oder dessen Auswässerung stört. DieRöhrenleitung kann aus gebranntem Thone bestehen, weil das nolz im sumpfwasserbald fault; das Gerinne, wenn es klein ist, kann gleichfalls von Thon gebrannt, unddie stücke übereinander geschoben, die Fugen mit nley belegt oder mit irafsmörtelbestrichen werden. Oefters wird, man auch hölzerne Rinnen und Rohren oder eiser-ne Röhren anwenden! Das Unterlager wird dann von nolz oder pfählen gemachtwerden müssen , damit die Rohren nicht in den sumpf hineinsinken,

29, Zuweilen kann man das in den Sumpf eintretende wasser oberhalb dem-selben seitwärts, durch Gräben und Gerinnen, in fliefsende Gewässer abführen. Auchwird man vielleicht genöthigt seyn, von dem Entwässerungsgraben mehrere kleineGräben seitwärts früher nach dem Recipienten abgehen zu lassen, als sie sich verei-nigen, weil die Profile des Entwässerungsgraben, der Localität wegen, zu klein sind.Man mufs ihm also von der wassermasse etwas zu nehmen und so die Entwässe-rung zu befördern suchen ; die kleinen Gräben heifsen deswegen Ableitungsgräben.Sie dienen bisweilen zugleich zur Entwässerung anderer Nebenbezirke , indem mansie ihres kleinen profiles wegen mit weit geringem Kosten weiter abwärts in denII. Bd. 32

o