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Wassermasse des Bezirkes durchzulassen, oder es müssen öfters mehrere Schleusender Art in einem und demselben Polder angelegt, und wo möglich von steinen er-baut seyn, damit sie nicht eingerissen werden und Deich - Durchbrüche veranlassen.Auch wird es öfters nöthig seyn, sie zum Durchlässen der Fahrzeuge grofs genug zumachen, dann aber die Vorrichtung zu treffen, dafs das schütz hoch genug aufge-zogen werden kann. In manchen Fällen wird man genöthigt seyn, stemmthore, jaKammerschleusen, anzulegen. Doch von dieser ihrer construction handle ich beymSchleusenbau. !
Der Abwässerungsgraben und das Aussentief mufs ein gröfseres profil als dieSchleuse haben, damit der zu-und Abflufs des Wassers befördert wird. Auch mufs dieschleuse, wo möglich, der anbrandenden see, vermittelst HÖfter und Fluthtliore, dem An-griff des Stromes aber durch Vorland oder Dämme und Bauwerke entzogen werden.Der von ihr zum Flufs hin gehende canal (das Aussentief) mufs sich mit dem Flusse un-ter einem spitzen Winkel vereinigen, damit das Binnenwasser durch die schleuse ei-nen möglichst schnellen Abflufs erhält.
Diejenigen Gegenden, welche mit hohen Dämmen, über die das sommerwassernicht treten kann, versehen sind, und diejenigen, worin Quellwasser tritt, sind zufrühe eingedeicht. Man sollte daher die Einrichtung mit den schleusen treffen, da-mit die eingedeichten Bezirke mit dem trüben rlufswasser überschwemmt werden:denn das saure Quellwasser verdirbt die befsten wiesen, verwandelt sie in Moosbo-den, in Schilf und Rohrlachen. Wie einträglich sind nicht diejenigen wiesen amRhein , welche vor den Dämmen liegen, und wie sauer und schlecht sind nicht man-che hinter denselben liegenden zu früh bedeichten Bezirke ? Diese liegen auch nie-driger, als das Vorland vor den Dämmen, weil sie der schlick des Flusses nicht er-höhen kann, wodurch dies Vorland erhöht wurde. In keinem Lande hat aber diezu frühe Eindeichung gröfsern isachtheil gebracht, als in Holland , Ja, nach cjpnWahrnehmungen einiger holländischer Schriftsteller, sind die mehresten Flufs -Polderum tausend Jahr zu früh eingedeicht worden : daher liegen sie denn weit niedriger,als das durch den rlufsschlick erhöhete Vorland, ja niedriger, als die Oberfläche derFlüsse, weil sich deren Bett nach und nach erhöhete ! Die Holländer sind also genö-thigt gewesen, daselbst scböpfmaschinen auzulegen, wo sie ehemals eine natürlicheAuswässerung hatten.
§. 34. Ist der zu entwässernde oder auszutrocknende Bezirk am Meere gele-gen, bey der Ebbe einer Trockenlegung fähig, und der crund kostbar, so wird ergleichfalls umdeicht, d. i. mit Dämmen umgeben. In diesen wird eine oder es wer-den mehrere Entwässerungsschleusen angelegt, die man seeschleusen oder auswüs-sernde-schleusen nennt; wenn sie klein sind, aber siele. Hat ein genauer ueber-schlag erwiesen, dafs die Kosten der Eindeichung, d. i. der Anlage eines Polders,sich höher als die Einnahme belaufen, so unterläfst man die Arbeiten; es sey dann,