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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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geführt finden, was uns die englischen Schriftsteller, als nur in England angewen-det, angepriesen.

$♦ 33t Bey der Entwässerung ist noch zu bemerken: wenn die nahen Flüssezuweilen höher als der zu entwässernde Bezirk stehen: a) dafs man einen solchenBezirk (ohne die Anwendung von Maschinen) nur entwässern kann, wenn der Flufsniedriger als der Boden des Bezirkes liegt, dafs man ihn also gegen den hohen Strommit einem Damm beschützen, und in diesem Damm Entwässerungsschleusen, (siele)von denen noch in diesem Bande gehandelt werden soll, anlegen mufs. Am Nieder-rhein nennt man im Allgemeinen einen mit Dämmen von diesem r-lufs abgeschlosse-nen Bezirk einen Polder (s. i. b. s. 5Ö2.). Liegt derselbe an der See, so heifst erseepolder. Liegt an dem Bezirk eine niedrige Landschaft, so ist man genöthigt, auchgegen diese einen neich aufzuführen, und so den Bezirk ganz zu umdeichen. Die-ser letztere gegen das Land liegende Damm oder Deich (Landdeich S. i, b. S. 539.)erhält die Hohe der höchsten Eisflut’nen oder wasserfluthen; da wo er dem Angriffdes Stromes ausgesetzt ist, mag er zwey bis drey schuh über dieselbe hinüberragen,b) Zur Erhöhung der wiesen wird der vor dem Hauptdeich gezogene Damm, der siegegen die gewöhnlichen sommerfluthen schützt, und daher sommerdeich oder som-mcr dämm heifst, nur so hoch, als diese Fluthen steigen, angelegt, damit das win-terwasser in die Wiesenbezirke eintreten könne. Die 13 und 14te Kupfertafel zeigtdieses sehr deutlich, worauf mehrere Haupt - und sommerdeiche angetroffen werdens. i. b. s. 575. Das wünterwasser bringt beym ersten anhaltenden rhauwetter vielSchlamm, erhöht und befeuchtet den eingedeichten Bezirk, d. i. den Flufspolder. Daich jedoch die Aufführung der Dämme im lsteu Bande gelehrt habe, so bemerke ichhier nur: dafs man, um dem über die sommerdiche strömenden w r asser ein Gleich-gewicht entgegen zu stellen , die darin liegenden schleusen beym wachsenden Stro-me öfnen müsse. Das so eintretende Wasser füllt also den Polder nach und nach,und bringt ihm, wie gesagt, eine Menge schlick oder fette Erde. Fällt dann derrlufs unter das Niveau des Wassers der Innern- canäle, so kann in diesen das Was-ser nicht länger stehen bleiben , ohne den wiesen und Ländereyen Nachtheil zuzufü-gen. Es werden daher die schütze der schleusen wieder geöfnet, also der poldertrocken gelegt. Der äussere Graben vor dem siel oder der schleuse, nach dem Flufsgehend, wird das Aussentief genannt. Er mufs sich mit dem Flufs unter einemspitzen Winkel vereinigen, damit darin der Abflufs des Wassers befördert werde, undder ström nicht gegen die schleuse anstaue. Dieser Graben mufs von der Natur fe-ste oder künstlich gesicherte ufer haben, und tiefer als die sohle der schleuse lie-gen. Diese mufs eine hinreichende weite haben und tief genug liegen *), um die

*) Welche Weite mehrere Auswasserungs - Schleusen in Holland haben, und wi« tief ihr Drempel unterder rluth liegt, dies findet der Leser in dieser Abtheilung.