Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
255
JPEG-Download
 

257

(wo es der Kosten lohnt) auf diese Art von dem winterwasser der Flüsse gedüngtund mit Schlamm überzogen werden.

Auch könnte man das trübe rlufswasser auf einen aus magern hohen Eoden be-stehenden Bezirk mit Maschinen heben und darauf führen, den Bezirk mit einemkleinen Dämmchen umgeben, und so den schlick fallen machen. Ist die Fläche grofs,so mag man sie in mehrern kleinen Abtheilungen eindämmen, damit das eingelasse-ne oder aufgeschöpfte wasser in Ruhe versetzt wird, um den Schlick und das Mate-rial des Flusses fallen zu lassen. Solche kleine Bezirke, wenn sie auch, ohne Hülfeder Maschinen, das trübe plufswasser aufnehmen, heissen schlickfänge. Sie sind da-selbst , wo man keine Maschinen nöthig hat, also der Flufs höher, als der anzu-schlämmende Bezirk steht, öfters nothwendig. An der Wesermündung trifft man de-ren insbesondere viele an.

Liegen nun in der Nähe der sümpfe sterile Sandfelder und laufen vor denselbenFlüsse oder Bäche vorbey, so leite man diese durch die Sandgegend, fasse den durchden sumpf gehenden Flufs mit Dämmen ein, steche diese Dämme durch, wenn dasWasser die zur Anschlämmung nöthige Hohe erreicht hat, und trübe Materialienführt. Auf diese weise fange man die Anschlämmung in den untern oder tiefliegen-den Flufsgegenden zuerst an. Führt der idufs aber eine Menge fetten Materials , sobedarf es des Sandes, zur Bewirkung der Anschlämmung nicht, dann leite man ihn

durch den Sandboden zwischen Dämmen; oder sichere das Abreissen dieses Sandes,

und lasse ihn sich weiter abwärts in die Sumpfgegenden verbreiten, wenn er trübesWasser führt; sorge aber dafür, dafs das wasser aus dem Sumpf wieder in den Flufsselbst geleitet werde, damit es nicht länger stehen bleibt, als es die Absetzung des

Schlammes erheischt: denn wo man die Gewässer lange zeit über stehen läfst, ge-

hen sie in räulnifs über, verderben dann die Gräsereyen, verursachen Moräste und

0

machen die Gegend ungesund. Es mufs daher für eine zweckmäfsige Ableitung des,wegen der Anschlämmung in den Sumpfbezirk eingeleiteten Wassers, stets gesorgtwerden.

§. ,37« Zum sichersten kann in Flufsdeichen eine solche Ableitung des hohen,zur Anschlämmung der sümpfe brauchbares Material führenden wmssers, so einge-richtet werden: Man mache in den Damm einen Einschnitt, dessen Sohle und Sei-tenwände aus Balken bestehen mögen, und lasse in den letztem zwey Falzen, worinBalken zu liegen kommen, die man, wenn es nothwendig ist, nach und nach her-aushebt und wieder einlegt; endlich verlängere man die oefnung mit einem aus Bal-ken oder einem, bedielten Roste bestehenden sturzbette, damit das durchstürzendeWasser einen Dammbruch nicht verursache.

§. 38. Gebirgswässer, die aus den Gletschern durch wildbäche kommen,, oder•solche Gewässer, die viel Kalcherde führen, darf man aber zum Behuf der Ansciiläm-