Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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wollen, dafs diese Dämme und solches Land ihre anfängliche Hohe, in Beziehung derpluth vor Amsterdam , noch jetzt haben? diese Hohe kann doch nicht einmal hin-reichen , da die Busen, in dem Maafse neue Polder entstanden sind, eine gröfserewassermenge fassen müssen. Kann man an der von den committirten sachkundigenvorgeschlagenen Erhöhung noch etwas ersparen , desto besser. Aber immer werdendie nähern Bestimmungen sich hierüber nur alsdann machen lassen, wenn die Busenselbst bis zur festgesetzten Tiefe ausgehoben; wenn das zyperschleuschen und dieangegebenen Brücken bey Alkmaar , erweitert seyn werden. Auch wird man sorgfäl-tige Beobachtungen über den Effect der wurfradmühlen, über die auszuwässerndewassermenge anstellen , und genaue Nivellements bewerkstelligen müssen.

Ich bemerke zum Schlüsse, dafs die Hindernisse, welche man dem verbesserungs-project entgegen gesetzt hat, einen abermaligen Beweis davon abgeben, wie der Eigen-nutz der Menschen fast immer über kluge Anstalten siegt. Möchten diese letztemdoch, zur Verbesserung von Nordhollands wasserstaat, in Ausübung gebracht werden!

Z w e y t e n s.

Von dem Innern wasserstaat von Rheinland. Tab. 40 und 41.

87. Rheinland (holländisch Rhynland) in dessen Mitte das naarlemmer-ivieerliegt, ist —- nach Nordholland — der gröfste für sich abgetheilte hydrotechnischewasserbezirk Hollands, und daher sehr wichtig für den Ingenieur. *) Es entladet nach

*) Der Wasserstaat (Waterstaat) von Holland ist für die Existenz dieses Landes so wichtig, dafs je nachden hydrotechnischen Rücksichten die einzelnen Bezirke sich zu den gemeinen Lasten der Wasserbautenund zur Behandlung ihrer Canäle, Schleusen u. s. w. vereinigen mufsten. Diese hydrotechnischen Be-zirke erhielten nun eigne Benennungen: als da sind Rheinland Tab. 41. (holländ. Rhynland), Delfland ,Schieland , Amstelland Tab, 40., Utrecht und die Wasserschaft (holländ. Waaterschap) Wotrden. Jedersolcher Bezirk hat seine Grenzen, so ist z. B. die Grenze zwischen Rheinland, nelßand und Schielandmittelst kurz schraffirten Strichen auf Tab. 4 °- angegeben. Sie geht vor der Oost-Duyn nördlich Haagnach Leydsendamm, Vadingsveen, nördlich Gouda , bis Bodegraven. Einen solchen hydrotechnischenBezirk nennen die Holländer auch Hoogheemradschap, Diejenigen rersonen, denen, vor den neuestenStaatsveräuderungen , in solchen Bezirken die Obsorge über die Deiche, Schleusen, Canäle , Scliöpfmüh-len, oräben und Wege anvertraut war, machen das Hoogheemraths - Collegium aus. Die Mitgliederhiessen Hoogheemräihe, erhielten zwey bis 3 ooo Gulden jährlichen Gehalt, und der Präsident warDeichgraf. Es wurde aus den Land eignem , ehemals aus den ersten raniilien gewählt, und diesem Col-legium, welches im Jahr nur wenig rage beschäftigt war, wurden Sachverständige, sogenannte Land-meeters oder Aufseher (Opzieners) beygeordnet, welche die Arbeit verrichteten , und unter denen einigesehr gut, andere schlecht bezahlt waren.

Alle Anlagen und Maschinen, welche auf den Wasserstaat eines solchen hydrotechnischen Bezirkeseine directe Beziehung haben, werden auf gemeinschaftliche Kosten der Grundeigner unterhalten undzwar nach dem Steuerkapital der Besitzung, das ist, nach dem angegebenen W’erthe der Besitzung einesjeden orundeigners. Die obere Leitung des Wasserstaats steht natürlich der Regierung, folglich jetztden Ingenieurs des Brücken- und Wegebaues zu, und in Holland durfte, nach meiner Loealkennmifszu urtheilen, für dieses wichtige Wasserbauwesen und für das der nördlichen Departements, eine eigne

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