Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
339
JPEG-Download
 

33Q

§. 125. Auch diese hydrometrischen Resultate geben den Beweis von demjenigen,was ich im ersten Bande von der Natur der Flüsse vorgetragen habe , a) dafs näm-lich nicht allemal die Geschwindigkeit von der Neigung abhängig ist, sondern dafsauch auf die erstere, die Zusammenziehung und Erweiterung der rlufsbahn wesentlicheinwirken, so dafs die Geschwindigkeit bey einer gröfsern Neigung in einem Flufs-bezirk, wegen den gröfsern profilweiten des Stromes, geringer seyn kann, als in -einemandern rlufsbezirk , worin die profiiweiten kleiner sind. Wenn man diese Resultatemit den auf s. 74 und 75. des i. b. dargestellten hydrometrischen Messungen desRheines vergleicht, so ergibt sich, dafs die Adhäsion des wassers an dem Boden undden ufern des Flusses, je nach der geringen Tiefe, einen gröfsern Einflufs auf dieBewegung oder Geschwindigkeit des Stromes hat. Siehe i. b. s. 25. §. 28. Aber inwelchem yerhältnifs die relative Abnahme der Geschwindigkeit mit der Verringerungder Tiefe zweyer Flüsse steht, diefs läfst sich nicht bestimmen; so wie auch nicht:in welchem Verhältnisse die wässermenge zweyer Flüsse, je nach ihrer Gröfse, dieGeschwindigkeit vermehrt, indem der widerstand, welchen die ufer und der Bodendes Flusses dem Strom entgegen setzen, in dem verhältnifs abnimmt, als die was-

■?s.

sermenge eines Flusses relativ gröfser, als die eines andern ist. Diese Messungenbeweisen daher gleichfalls: dafs die Festsetzung einer Theorie über die Geschwin-digkeit der fliefsenden Gewässer unmöglich ist: sonach bleibt uns nichts übrig , alsdurch hydrometrische Messungen, die zahl der Beobachtungen zu vermehren , undbey unsern Entwürfen, wenigstens näherungsweise, die Bestimmung von der Ge-schwindigkeit und Neigung zu begründen. Diese Resultate zeigen ferner, wie unre-gelmäfsig die Neigung, folglich auch der Abhang der salzach ist, und den Einflufs,welchen die sich darin ergiefsenden wildbäche auf die rage des Flufsbettes und aufdie Geschwindigkeit des Stromes haben. Wir sehen z. b. daraus: dafs der capruner-Bach, vermöge seiner Vereinigung mit der salzach , den Strom der letztem aufstauet,daher seine Geschwindigkeit und Neigung verringert, und dafs, indem derselbe vielMaterial in die salzach führt, dieser ihre Geschwindigkeit und Neigung noch bisMaier - Einod geringer als flufsaufwärts ist, worauf auch die zuweite rlufsbahn nocheinigen Einflufs hat. Sie beweisen daher a) wie nothwendig es zur regulären Ver-tiefung der salzach sey : mit ihr die wildbäche unter einem spitzen Winkel, so vieles der Kosten wegen thunlich ist, flufsabwärts zu vereinigen; b) die Hochgewässerdieser wildbäche von den hohen Strom der salzach mittelst Bauwerken zu trennen ;c) die salzach in solche profilgrenzen zu beengen, welche den Profilen derjenigenrlufsbezirke, die auf eine lange strecke parallele und geradlinigte ufer haben, gleichsind, und dafs man endlich d) die Hochgewässer der salzach zwischen Dämmeneinschliefsen müsse, damit der so begrenzte ström ein hinreichendes vermögen er-halte, um das Flufsmaterial fortzuführen, folglich das Bett regelmäfsig zu vertiefen.S. I. b. s. 89 . 5 . 69 ., s. 214. 5 . 151., S. 218. $. 155 und s. 569 . Ich will daher