344
Brücke von Bruck) auf 1300 schuh , vermittelst eines aus zwey pfahlwänden beste-henden Bauwerkes, dessen innerer Raum mit steinen zu füllen ist, von der salzach ;.und dieses werk ist einen schuh über den höchsten wasserstand der salzach zu legen,
■ damit das hohe w*asser dieses Flusses nicht in den canal seitwärts eintrete, undseinen Abflufs hemme. Dieses Mittel wird also den Abhang, folglich auch die Ge-schwindigkeit des zeller - Canals vermehren, indem es den Eintritt der salzach oderdes Hauptrecipienten in ihn verspätet. So wie nun auf diese weise, die Neigung*mithin die Geschwindigkeit dieses canals vergröfsert wird, mufs auch die Abzapfungder Sumpfgewässer des Filzer - Mooses und die Abführung der Hochgewässer deszeller - sees in die salzach befördert werden.
Zweytens sind die Profile des zeller - canals, gegen Bruck , zu erweitern : umoberhalb seine Geschwindigkeit, folglich den Effect , womit derselbe das sumpfge-wässer und das überflüssige wasser des zeller - sees in die salzach abzuleiten fähiggemacht wird, zu verstärken. Man gebe daher diesem canal , von Bruck bis zurBrücke der nammstrafse, die Breite von 20 schuh , und dann weiter gegen denzeller - see die Breite von 40 bis 80 schuh , und eine trichterförmige Mündung von300. Schuh. In diesem letztem Bezirke, d. i., oberhalb der Brücke bis zum zeller-see sind die ufer des canals entweder aus einem Faschinenbau oder von pfähl- undEuschwänden zu machen, weil das xerrain so schwammigt ist, dafs es ohne die-selbe nicht stehen kann. Unterhalb Fischhorn aber sind gröfstentheils pfähl - undBuschwände zu den ufern des canals nothwendig, weil bey der Kostbarkeit desGetreidelandes, welches am untern Theil dieses canals liegt, grofse Erdböschungennicht nützlich seyn werden.
3) Da der hohe salzachfiufs jetzt von Bruck in den 1706 Tagewerk grofsen zeller-see durch den canal eintritt, wenn dieser see etwa drey schuh über seinen niedrig-sten wasserstand steigt, und derselbe nicht nur allein, sondern auch noch die gleichgrofsen zwischen caprun und dem see liegenden sümpfe , von den ueberströmmun-gen der salzach dergestalt mit wasser angefüllt und bedeckt werden, dafs zuweilendie ganze Flache nur ein Wasserbecken bildet, dessen höchster stand 24 stundenandauert, ja dafs diese wassermasse sich- neun schuh 10 zoll über den niedrigstenwasserstand der salzach bey Bruck erhebtso mufs der Eintritt der salzach - noch-gewässer, in den zeller-see, durch alle möglichen Mittel verhindert werden. Es istdaher a) an dem linkseitigen ufer der salzach , längs dem Filzer-Moos und oberhalb,ein die Hochgewässer dieses Flusses übersteigender Damm anzulegen, b) mufs diezuriicktretung des salzachwassers von Bruck in dem zeller-canal verhindert werden.Dieses letztere wird eines Theils durch die bereits vorgeschlagenen Mittel, und andernxheils dadurch bewerkstelligt werden, wenn man vor der neuen Mündung diesescanals (bey Bruck) eine aus einem stemmthore, welches aus zwey, nach der salzach zu,gegeneinander schlagenden Thorflügeln gemacht wird, bestehende stauschleuse erbauet.