Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
345
JPEG-Download
 

345

Die Wirkung dieses so verbesserten canals wird darin bestehen : dafs derselbe,,vermöge seiner. vergröfserten Neigung und Geschwindigkeit so wie der Regulirnngseiner profilweiten, die sumpfgewässer schneller als jetzt abfübren und erniedrigenmufs. Ferner wird die bey Bruck zu erbauende schleuse verhindern, dafs die Salz-ach nicht von unten hinauf in den zeller-see eintritt, und von da aus sich wiederin das Filzer - moos ergiefst *) Dieser hohe unten angeführte wasserstand, wobeyder zeller- see die Gegend zwischen demselben und der Salzach überschwemmt, be-weist also die Nothvvendigkeit, der oben vorgeschlagenen HÜlfsmittel, zur Erniedri-gung seines Standes, d. i., die Regulirung des zeller - canals , die Anlage der schütz-schleuse zu Bruck , und die Aufführung eines die Hochgewässer übersteigenden Dam-mes am linkseitigen ufer der Salzach , welcher zwischen den Dörfern Hummersdorfund piesendorf anfangen, und oberhalb Bruck endigen mufs.

§. 131. Ehe wir zu den übrigen Austrocknungs-canälen selbst kommen, wirdes nothwendig seyn, die Verbesserung von dem Laufe des Salzachflusses und derWildbäche zu erörtern, l) Unterhalb dem »orfe Bruck, wo ich vorher die Salzachverlassen habe, müssen die auf der rechten Seite in die salzach hineingehendenzwey pfähl- und Bretterwände ausgerissen werden, damit die rlüfsbahn eine Breitedes Profils, welche der Breite in dem regulären Flufsbezirk gegen Kressenbach., wel-che 100 schuh beträgt, gleich sey. Diese Breite ist die Normalbreite der Salzach ,von Bruck bis zum capruner - Bach. Es mufs daher die grofse weite der salzachoberhalb der Kressenbacher -Brücke, vermittelst des Faschinenbaues a. b., bis zudieser profilweite, beschränkt werden. 2) In diesem Flufsbezirk sind, in gleicherAbsicht, noch die Faschinenbauwerke c. d., oberhalb der aiair - Einöden - Brücke , an-zulegen. Ist auf diese weise der Flufsbahn eine gleichförmige Breite gegeben , undsind die wildbäche, nach diesen Vorschlägen mit der salzach spitzwinkelig vereinigt:so wird der ström eine hinreichend grofse Geschwindigkeit erhalten, und nicht nur dasvon oben herabgeführte Material fortwälzen, sondern auch das Bett dergestalt vertiefen,so dafs die salzach die durch den zeller - canal darin eingeführten, und durch daslockere Erdreich durchdringenden sumpfgewässer aufnehmen mufs. Der Beweis diesesSatzes liegt darin: dafs die salzach schon gegenwärtig in dem irregulären Bette mit einerbedeutenden Geschwindigkeit fliefst, die hier im stromstrich über 6,7Q schuh ist, selbstbey dem geringen wasserstande, der nicht einmal einen Schuh über den niedrigstenbeträgt. Man sehe die oben angeführten Resultate der hydrometrischen Messungen.

*) Bis jetzt haben die Hochgewässer der Salzach den Zeller-See dergestalt erhöhet, dafs derselbe, nach denin Zell angezeichneten Wasserhöhen und nach einem am a5sten September 1811 angesteilten Nivellement,

über den niedrigsten Wasserstand anschwoll: im Jahre 1717 — 6 Schuh 11 Zoll; im J, i8o3 _ 7' 6";

im J. 1806 — 8' ; im J, 1736 — 8' 8" ; im J, 1678 — 9' 2", und im J. 1761 — 9' 10".

tr

II. Bd,

44