Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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cSie Bemerkung bestätigt, welche er fast überall in Deutschland , und besonders beyund in den ehemaligen Reichsstädten und grofsen Städten, zu machen Gelegenheit hat:dafs im löten und l"ten Jahrhundert die Wasserbau - polizey viel sorgfältiger, alsjetzt gehandliabt wurde; dafs .aber gegenwärtig die Müller und Eigenthümer vonMaschinen aller Art, zum Nachtheil der Grundeigner, so wie der Flofs- und Schiffahrt,die riüsse und Bäche benutzen, dafs die wasserbau-Beamte wenig dagegen ausrichtenkönnen , um durch Vorschläge oder ein wasserrecht dein uebel zu steuern. Manbehandelt diese als rarthey, wenn sie die Rechte des staats wahren, und der will-kiihr der wassergenossen Schranken setzen wollen ; hiezu kommt noch, dafs manchepolizey - und Justiz - Behörden die Meinung der unwissendsten MÜhlknechte, welchedas Räderwerk der Müller. schlecht verfertigen ; die man müKl - Aerzte und iverk-verständige nennt, dem Gutachten der wasserbaukundigen vorziehen , und lediglichsolche Menschen fragt! Wahrlich eine treffliche Methode, um die rlufsgegenden insümpfe zu verwandeln, und die ökonomische Benutzung der Flüsse und Bäche un-ausführbar zu machen!

§. 25. Eine andere Gattung von schöpfräder hat ausstürzende Eimer an denseiten des Kranzes ; soll dasselbe zu ßleichereyen oder Wiesenbewässerungen gebrauchtwerden, so erhält es schaufeln, und wird von demjenigen Flusse, aus dem es daswasser ausschöpft, getrieben.

Ist man wegen einer zu geringen Geschwindigkeit des Stromes, etwa unter 2 fSchuh in der Sekunde genöthigt, schaufeln zu 5 schuh und breiter zu machen, unddem wasserrade zwey Kränze zu geben, das ist ein Staberrad einzuhängen, so wer-den an beyden Seiten schöpfkästen angebracht, und zwey Aufgufsrinnen errichtet,um einen gleichen Druck auf beyde zapfen des Wasserrades und einen gleichförmi-gen Beharrungsstand der Maschine zu bewirken. Zu diesem Behuf wird auch wohlzwischen den zwey Kränzen des Wasserrades ein kleiner Kasten, der oben offen ist,angebracht, und der sich alsdann ergiefst, wenn er die höchste Steigung zurück ge-legt hat. Gebraucht man nur ein solches staberrad, das 4 schuh breit ist, so kön-nen dieses Kastens Seitenwände die zwey Kränze des Rades bilden. *) Ist das Radaber ein strauberrad, d. i., wenn dessen schaufeln auf einem Kranze des Radesstehen, so werden die schöpfkästen nur an einer Seite angebracht.

§. 2Ö. Eine ähnliche Einrichtung findet bey solchen schöpfrädern statt, welchedurch ein Vorgelege, das ist, durch ein anderes Rad, oder durch irgend eine me-chanische Vorrichtung mittelbar in Bewegung gesetzt werden, wie diefs der Fall beyjedem schöpfrade ist, welches ein stillstehendes wasser auffördert, der z. b. beyLeerung einer Baustelle eintritt, und in Fig. 1. 4 und 5. xab. 88. vorgestellt ist.

Schon die Römer haben sich dieses Schöpfrades so wie der Eimerkunst bedient. Vitruviuis Baukunst.

Uebersetzung von Rode X, Cap. p, 262 ,