Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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gekochtes Gemische von oehl, pech lind rheer, wenn es noch heifs ist, zweymalgetränkt.

Enthält die Schnecke einen Mantel oder eine Tonne, so wird auch diese mit sol-chem Gemische getränkt. Die Tonne, in welche die schaufeln ein bis lf zoll tiefeingelassen sind, wird alle drey bis fünf schuh mit dünnen eisernen oder guten ha-seinen Reifen gebunden; die erstere wird mittelst schrauben zusammen gehalten.Es mufs hier noch bemerkt werden, dafs der gewöhnliche eiserne Beschlag solcherTonnenschnecken viel zu schwer ist, als wodurch die Kraft nur unnöthiger weise ver-mehrt werden mufs.

§, 35. Die gewöhnlich unter einem Winkel von 30 bis 60 Grad mit dem Hori-zont gestellten Tonnenschnecken werden von zwey oder vier Arbeitern mittelst stofs-kurbeln gh Fig. 39. Tab. 91. in Bewegung gesetzt. An der kleinsten Gattung, dievon zwey Mann betrieben werden, sind die Stofsstangen unnöthig, sondern dieKurbeln hinreichend. Perronet» bediente sich einer acht schuh langen und 18 zollim Durchmesser grofsen Tonnenschnecke , welche unter einem Winkel von 30 Gradlag, die das wasser 3 f- schuh hoch aufförderte, und von zwey an einer Kurbelangestellten Arbeiter umgedreht wurde. Bey heftiger Anstrengung der Arbeiter wur-den 30 Umdrehungen in einer Minute gemacht, uud neun cubik-schuh wasser auf-gefördert, welches nur 540 cubik-schuh in der stunde giebt.

§. 36. Die Tonnenschnecken haben den Theoretikern vielen Stoff zu calculatio-nen gegeben. Insbesondere hat sich der rrof. Hennert zu Utrecht damit beschäftigt.Derselbe schrieb über diese Maschine eine scharfsinnige und gelehrte Abhandlung(Dissertation sur la vis d’ Archimede) , und Karsten hat im 6ten Theil seines nehrbe-griffs der Mathematik $. 515. u. s. w. den wesentlichen Theil des Inhalts derselbenwiderlegt. Endlich macht Langsdorf in seinem trefflichen Lehrbuche der Hydraulik§. 572. die Bemerkung, dafs auch Karsten die Schwierigkeiten der Theorie dieserMaschine nur gezeigt habe, ohne sie zu heben. „Ueberhaupt sagt $. 574. derselbe,„ist wohl die ganze Theorie für die Bestimmung der Geschwindigkeit, mit welcher„das wasser in jedem Augenblick in der Schnecke, vermöge der in dasselbe wirken-den beschleunigenden Kraft, fortfliessen mufs, für die Ausübung sehr entbehrlich„und ohne allen Nutzen, wenn man nur die umdrehungs - Bewegung so einrichtet,„dafs die gesammte umlaufszeit nicht zu geringe ausfällt.“ Auch der rreufs. geh.oberbaurath Eytelwein hat in seinem Handbuche der Mechanik §. 264. diese Maschinemit vielem Scharfsinn erörtert, und auf einige mit einem Modelle gemachten versucheein Raisonnement gegründet.

§. 37. Von der Wirkung grofser Tonnenschnecken sind in der oben erwähntenHennertsehen preisschrift und in einem von die Herrn Noppen und Klinkenberg imJahre 1763 verfafsten Rapport wichtige Resultate mitgetheilt. Drey Tonnenschneckenwurden nämlich von einer windmühl - welle oder zwey Ruthen , zu 8Ö Fufs Flucht,