Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
394
JPEG-Download
 

304

Gute gehabt , diesen Wunsch zu erfüllen. Die Resultate sind folgende» Die'Schneckeerforderte, unter einem Winkel von 45 Grad gestellt, die gröfste Kraftanwendung,und wiewohl sie, bey 45 bis 50 Grad, leichter herumgedreht wurde, so gofs siedoch immer weniger wasser, und zuletzt bey 50 Grad fast keines aus. Von 45 bis25 Grad gofs die Schnecke, bey stets leichtern Gange, mehr wasser, und bey 25 Gr.fast alles aus, was die Mündung einnahm. Unter einem Winkel von 20 Grad giengzwar die Schnecke leichter, aber der ökonomische Effekt war auch geringer. Herrvon weidenthal bemerkt noch: dafs die wassermenge bey 25 bis 30 Grad Stellungfast die nämliche gewesen sey.

Ueber diese Zugmaschine Hg. 12. ist ein Bretterdach gelegt, um die Arbeitergegen Sonnenhitze und Regen zu schützen.

In zwey Monathen betrug die Ersparnifs bey drey solchen Tonnenschnecken50QÖ fl.; wahrlich ein nicht geringer vortheil für das Aerarium. Dafs übrigens dieseVorrichtung auch bey den Wasserschrauben angewendet werden kann, versteht sichvon selbst.

§. 41. Zu den grofsen Austrocknungen ist nächst der Dampfmaschine und derWasserschraube, das im xv. Jahrhundert in Holland erfundene wurfrad die vorzüg-lichste Maschine, deren man sich aber, ausser in Holland , nur selten bedient, weilsie schon eine beträchtliche Geschwindigkeit des windes bedarf. Ein wurfrad aTab. 86. Fig. 1. 2 u. 3. und Fig. 26. besteht l) aus vier, an einer welle befestig-ten Kreutzarme , welche zugleich vier wurfschaufeln bilden, zwischen denen dieübrigen schaufeln angebracht sind. 2) Von jedem solchem Arm zum andern wirdein Holz, welches etwas breiter als die schaufeln sind, gelegt, in welchem die an-dern schaufeln eingelassen werden, und längs diesen kommen die gebogenen achtGurtungen, wie dies in Fig. 2. , deutlich ist. Indem nun das Kad oder die schau-feln herum bewegt werden, so werfen diese das wasser vier bis fünf Schuh hoch^Fig. 1. und 2.) auf. Damit das wasser aber aus dem obern Graben (Mahlbusen)nicht in den untern zurück laufe, wenn die wurfradmühle steht, so ist ein Thür-cheu zum verschliefsen des Gerinnes in 4 nothwendig, und dieses heifst die wacht -thüre. Die Bestimmung der schwelle dieser wachtthüre und ihre obere Kante istbesonders in Holland , wo die hohen Gewässer der Mahlbusen grofse Bezirke über-schwemmen würden, sehr wichtig, und ich verweise deswegen den wifsbegierigeni.eser auf die Materie von Nordhollands wasserstaat, wo ich dieselbe abgehandelthabe. Wie das wurfrad aber mittelst der windflügel in Bewegung gesetzt wird,das zeigt Fig. 3. ohne alle Erklärung, wo es in a von vorne gezeichnet ist.

Bey den neuesten Austrocknungen von meukoop in Holland hat der jetzigeGeneral - Inspector Blanken , statt der hölzernen Gurtungen zwey dünne eiserne ReifeF. g. Fig. 44. Tab. 9 1. durch die wurfschaufeln i gezogen. Welche constructionvon gröfserer als die gewöhnliche ist, und die Schwungkraft des Rades vermehrt.

o