423
dien des pfähl s vermehrt werden, weil das den pfähl umgebende Erdreich genöthigtwird, sich von demselben zu entfernen, wozu noch die Erschütterung oder Schwin-gung aller Fibern des Holzes wesentlich mitwirkt. *) Sind nämlich die Holzfiberndes pfahles noch in Bewegung, während schon, wieder ein zweyter Schlag den pfähltrift, so theilt sich die Erschütterung selbst der pfaldspitze schneller und kräftigermit. Je elastischer daher das Holz des pfahles ist, desto leichter werden die pfählein den Grund eindringen. Kiefernholz ist daher , unter sonst gleichen umständen,mit wenigen Eärschlägen einzurammen, als Eichen- Buchen- und Erlenholz. Da hin-gegen wird der aus Nadelholz bestehende pfähl, nach der geschehenen Einrammung,sich nicht so leicht von der darauf erbauten Last eindrücken, weil sich dieses hoIzvermög seiner Elastizität, gegen die ihm umgebene Erdmasse, die es während desEinrammens zusammen pressen liefs , auszudehnen strebt. Aus diesen angegebenenGründen sind bey den zugrammen die sogenannten setzschl'dge , welche man, wenn“der pfähl beynahe fest steht, macht, und wobey der Klotz ein paar Sekunden aufden pfähl ruhend bleibt, ohne Effekt. Ein anderes ist diefs bey schweren Kunst-rammen und weichem Boden, wobey die schlage nur langsam aufeinander folgen,wo also zugleich durch den Druck die Wirkung des Eindringens zum rheil entsteht,und nicht, durch den schnellen Fall des Bärs und seiner schnellen Abprellung vompfähl, wie dieses denn bey den zugrammen statt findet. Hiezu kommt, dafs dieden Rammpfahl zunächst umgebende Erdmasse gleichfalls von den Rammschlägen er-schüttert wird , folglich der pfähl leichter eindringt, wenn die schlage schnell auf-einander folgen , und ihre zahl so grofs als möglich ist; denn es mufs der wider-stand des Erdreichs zuerst überwunden werden, ehe der pfähl eindringt. In diesenzwey Erscheinungen liegt besonders der grofse vortheil, den die zugrammen vorden Kimstrammen , bey denen die Bärschläge sehr langsam aufeinander folgen , beygleicher Bärschwere, hervorbringen, wenn man nämlich die in a und b festgesetztenBedingungen zu erreichen sucht. Es ist auch ausgemacht, dafs mit einer Kunst-ramme die Bärschläge niemal so schnell aufeinander folgen können, als mit zug-rammen. Wird mm bey' den zugrammen das den pfähl umgebende Erdreich er-schüttert, also leichter seitwärts geschoben, welches vermöge der schnell aufeinanderfolgenden schlage geschieht, und kann diefs mit den langsam erfolgenden schlagender Kunstramme nicht bewerkstelliget werden: so ist es klar, dafs ein mit der er-stem Maschine bis zum stehen eingerammter pfähl tiefer eindringt, als ein mit der
*) Daraus: dafs die Erde von den eingevammten pfählen zusammen geprefst wird, und diese Erdmassein Ruhe kömmt, wenn das aamraen aufhört, läfst sich die Erscheinung erklären, dafs die pfähle hey-gleicher Fallhöhe des Rammklotzes und gleicher Anzahl von Schlägen tiefer eindringen, wenn man nacheiniger Zeit das Rammen wieder anfängt, als worüber ich viele Versuche, von denen ich einige indiesem Werke mittheilen werde, angestellt habe. Daher ist ein zwey mahüges aaramea sehr vortheil«haft.
*