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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Kunstramme, gleichfalls bis zum stehen eingerammter pfähl. *) Hieraus, und ausdem Folgenden geht hervor, dafs es sehr irrig wäre, wenn man sich vorstellenwollteals wenn ein pfähl nicht mehr Gewicht tragen könnte, als erfodert wird,ihn aus dem Erdreich zu ziehen , worin er fest stand.

§. 71. Da ich in der folgenden Abtheilung über das Einrücken der pfähle nocheinige Bemerkungen zu machen gedenke, so will ich hier nur bey der Anzahl derArbeiter, die an einer Ramme angestellt werden müssen, um den Rammklotz stetsbis zu einer Hohe , die für sie nicht unbequem ist, zu schnellen , und bey der An-zahl der Schläge, während einer Hitze, stehen bleiben. Die Erfahrung lehrt es,dafs diese Hohe 5 f- bis 6 Schuh pariser Maafs betragen könne , wenn auf jeden Ar-beiter (den Flohrmeister eingerechnet) 20 bis 22 pfund, Nürnberger Gewicht, Eär-schwere angenommen wird, in einer nitze 30 bis 40 schlage gemacht werden , undwenn die Arbeiter bey jeder pause eine bis zwey Minuten ausruhen. Zu vierzigSchlägen erfodert es achtzig Sekunden zeit. Wenn sich die Arbeiter sehr anstrengen,so können sie den Rammklotz bis 10 Schuh hoch schnellen, welches mir die Erfah-rung bewiesen hat, welche Anstrengung jedoch auf lange zeit nicht für sie auszu-halten ist. Aber in einer Hitze können die Arbeiter 150 und mehr schlage machen,und den Rammklotz 5 bis 6 schuh hoch schnellen, ja bey der Fundirung der mas-siven pfeiler an der über den Inn bey Mühldorf von meinem ältesten sohn (1812)erbaueten Bogenbrücke, sind dreyhundert Rammschläge hintereinander gemachtworden! Beobachtet man indessen die Arbeiter, so ist bereits eine nitze von 100Schlägen sehr fatigirend. Man sollte dieselbe daher nicht eher gebrauchen, als biszur zeit, wenn der pfähl nur wenig einrückt, um ihn noch desto tiefer einzuschla-gen , und jede Hitze aus dreysig in einer Minute zu machenden schlagen bestehenlassen. Perronet (pag. Q7.) rechnet 25 pfund Gewicht zur zughöhe von 4§ schuh,und für jede eine Minute dauernde Hitze, 30 Schläge. Bey dem Einschlagen derpfähle an der Brücke von Tseuilly hat er jedoch auf jeden Arbeiter 2Q bis 30 pfundBärschwere gehabt, wie die Tabellen s. 40. seines Werkes beweisen. Belidor §. 200.rechnet* sogar 50 pfund Bärschwere, wenn die Rammscheibe 4 bis 5 Fufs im Durch-messer hat, und dafs in einer Minute 30 Schläge gemacht werden könnten, wenneine Minute geruht wird, von der Fallhöhe erwähnt er nichts. Diese Annahme istoffenbar in der Praxis nicht in Vollzug zu bringen. Manger in seinen Beyträgenrechnet 33 pfund, macht jedoch die Bemerkung, dafs während des Baues noch meh-rere Arbeiter bey der Ramme angenommen wurden. Uebrigens rechnet er blos die

*) Bis zum Stehen einen pfähl einrammen, darunter versteht man , dafs der pfähl bey 3o hinter einanderfolgenden Schlägen, wenig, oder nur so weit einrückt, dafs der Ingenieur ihn als tief genug eingerammterklärt, um die darauf ruhende xast zu tragen. Die rranzosen nennen dies battre un pilot juscju’aurefus . Ich werde in der nächsten Abtheilnng über das Feststehen der Grund- und Stützpfälile einige fürdie Praxis wichtige Regeln zu bestimmen suchen.