425
ziehenden Arbeiter, folglich ist es evident, dafs derselbe mit so wenig Mannschaft, alser anfänglich zu gebrauchen glaubte, nicht auslangen konnte. Cessart hat in seinemwerke (description des travaux hydrauliques) 24 pfund auf den Mann gerechnet.Nun verhält sich aber das baierische pfund, welehes in den weiter unten vorkom-menden Beobachtungen angenommen ist, zu dem französischen, wie 1,1000 zu 0,9615,folglich machen 24 pfund pariser beynahe 20 pfund Münchener, welche Erfahrungalso mit der meinigen übereinstimmt. In Holland rechnet man gegenwärtig 20 bis 25pfund Bärschwere auf den Mann. So hat man nämlich bey der im Jahre 1800,Gouda (Tab. 40.) gegenüber, im Krimpener-waard erbauten Kammerschleuse, bey derim Jahre 1800 unweit spaarndamm beym pennigsver erbauten Durchlafs - schleuse,und bey der im Seehafen Nieuvendiep angelegten schleuse, gerechnet, und in Praxisverfahren. Es ist schon erinnert worden, dafs ich unter dieser Anzahl Arbeiter zu20 bis 22 pfund den Flohrmeister, kurz alle an der Ramme angestellten Arbeiter mitbegreife. Aber das habe ich noch nicht angeführt, dafs ich bey dieser Annahme aufschwere Rammbären, d. i., auf solche, die über 800 pfund schwer sind, rechne,wobey also der zug, wie oben bemerkt ist, nicht vortheilhaft, sondern schief ist.Bey leichtern Rammklötzen kann also von 800 pfund bis auf 250 pfund abwärtsauf den Mann 23 bis 25 pfund gerechnet werden , und bey dem oben §. 66. be-schriebenen vortheilhaften Rammklotze erfordern erst 30 pfund Bärschwere einenArbeiter; es sey' denn, dafs man den Rammklotz stets höher als 6 Fufs wollte schnel-len lassen, um seine Wirkung zu verstärken.
Bey den grofsen Bauten, die ich ausführen liefs, ist gewöhnlich zu 22 pfundBärschwere ein Arbeiter gebraucht worden.
$. 72. Die Aufrichtung einer grofsen Ramm - Maschine wird zum leichtesten auffolgende Art bewerkstelliget. Zuerst lege man das schwellgerüst auf den Boden ho-rizontal , dann aber triezt man die Läufer und Ruthen mittelst eines Richtbaumes(Fig. 31. oder f. 43. t. 84.) (und t. iii. 3ter ßd.) vermittelst zweyer g t. 84. f. 2.oder dreyer Richtbäume und winden auf. Zuweilen kann man sich dazu auch desan einer andern in der Mähe stehenden Ramme befindlichen Trietzkopfes oder rrietz-werkes bedienen. Gewöhnlich wird aber die Aufrichtung mittelst Richthacken (oderFeuerhacken), womit die kleinen Rammen aufgerichtet werden, mit dem Takelfell-oder Flaschenzuge und den winden bewerkstelliget, wo man sodann, wenn zuvorihre Läufer allmählig aufgeriehtet sind, erst ihre Ruthen in die schwellen einsetzt.Sollen nun die pfähle schräge in den Grund geschlagen werden, so legtman unter der vordem schwelle der Ramme einige unterlager, und befestigt nachherden uufs der Ramme mittelst seile, entweder an die Rüstung, oder an in denBoden geschlagenen pfählen , dieses ist die einfachste und beste Art; wiewohl auchdie Einrichtung mit dem Läufer getroffen werden kann, dafs er oben unter derRammscheibe auf einem eisernen Nagel beweglich ist. Zuweilen wird ein eigenesII. Bd. 54