Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
439
JPEG-Download
 

439

diesem ortheile würde man also auch die von perronct vorgeschlagene pfropfunglüg* 63., welche jedoch von den vier eisernen Ringen, die in die Höhlungen a und epassen (auf jeder Abtheilung zwey kommen, d. i., auf den pfropf zwey, und zweyauf den nammpfahl), und von der Länge der pfropfung selbst eine gröfsere Festig-keit, als die vorherige, so wie der von Gautier und von Leupold angegebenen, erhält,nicht wählen dürfen. Die andere pfropfung Fig. 60. , bey welcher die Ausschnitteubcd zur Hälfte 1 § schuh hoch geschehen, und zwey Ringe t und u um den pfropfgelegt werden, hat man in Potsdam nicht zweckmäfsig gefunden, zumal weil dadurchdie Wirkung der Ramme sehr bedeutend geschwächt wurde ; denn ein pfähl, der,ehe die pfropfung aufgesetzt war, in einer Hitze 7 •§■ zoll hineinriickte, rückte nach-her, bey gleicher Fallhöhe, nur 4§ zoll. Dieses ist ein abermaliger Beweis dessen,was über die Wirkung, welche aus der dem pfähl von dem Rammklotze mitgetheil-ten Schwingung entsteht, oben vorgetragen wurde. Die pfropfung mit einer pirami-dalförmig zugespitzten 12 bis 14 zoll langen und 2-f zoll in der Mitte dicken eiser-nen Stachel 1, 5, Fig. 62. Tab. 85., welche in der Mitte beyder pfähle eingelassenwird, ist, meiner Erfahrung nach, die brauchbarste. Damit dieser Stachel sich völligniederdrückt, und die pfahlflächen aufeinander liegen, wird, nachdem der Stacheleingelassen ist, der Rammbär auf den rfropfpfahl langsam hinunter gelassen. Aufdiese Art setzen die Holländer ihre pfähle aufeinander. Manger bemerkt zugleich,dafs sie diefs auch besser bey ihren trockenen pfählen thun können, bey denen soleicht keine Spaltungen und Quetschungen zu befürchten seyen. Trockene pfählesollte man aber immer, wie ich das bereits erwähnte, wählen!

Er habe sich derselben Methode auch bedient, aber bey manchen pfählen nochüberdies zweyer kurzer eiserner Klammern. Waren die pfähle nasses Holz, so wur-den dieselben zwar auch auf die letztere Art, Fig. 62., zusammen gesetzt, aber zwi-schen beyden pfählen eine dünne eiserne platte gelegt. Ich würde diese, wegen dergestörten Erschütterung oder Fibration des unteren pfahles, weglassen, oder dieselbenur von hartem Holze, anstätt von Eisen, wählen, weil dieses die Fortpflanzung derErschütterung von den Holzfibern begünstigt. Statt der eisernen mit sechs schuh langen spitzen versehenen Klammern , bediente sich dieser Baumeister der eisernen,36 zoll langen, 3 zoll breiten, und ftcl zoll dicken schienen, Fig. 59., woran jedemit zwey 6 zoll langen Nägeln, auf die zwey pfähle, befestigt wurde, und die besserals die Klammern waren, deren spitzen zuweilen brachen. Bey einigen Pfropfungenliefs er den Stachel weg, weil derselbe einige pfähle gespalten hatte. Dünne pfählewurden auf den schnitt überdiefs mit einem 2 f bis 3 zoll hohen und f- bis £. zollstarken eisernen Ring umgeben. Aus den oben angeführten Gründen, und weil dieseArmirungen den widerstand des pfahls vermehren, würde ich anrathen, nur im äus-sersten Nothfall, d. i., wenn die Erfahrung gezeigt hätte, dafs die holländische Art