4Q2
$. 142. Statt der Ebenung eines weichen Grundes und dessen zusammenpres-sung ist es daher nothwendig , diesen Grund auszuheben und ein Lager von Mauer-schutt und sinkstücken, mit ßammklötzen, welche durch Rohren gehen, fest zu stam-pfen. Hierauf wird man eher mit Sicherheit Bauwerke aulführen können, als aufeinen blos geebneten , und etwas zusammen geprefsten Grunde. Aber zur Lagerungder sinkstiicke kann man eine solche Grundebenung vornehmen, um denselben einegleiche Dicke zu geben. Auch da , wo der Grund zwischen Grundpfählen geebnetwerden mufs , kann dieselbe von Nutzen seyn.
$• 143. Die Flufsbette von den darin stehenden pfählen zu reinigen, dazu hatteman bisher die kostbarsten Methoden, wozu die schraube, der'Wuchtbaum■, oderFlaschenzüge gebraucht wurden , angewendet. Bey dem Bau von den vielen BOgen-brücken, die ich in Baiern ausführen liefs, würde die Ausziehung mehrerer hundertGerüstpfähle bedeutende Kosten verursacht haben, wenn ich nicht ein anderes wohl-feiles Mittel in Ausübung gebracht hätte. Ich habe nämlich die Gerüstpfähle abbre-chen lassen, und gefunden: dafs der Bruch der pfähle, selbst in dem kiesigen nodenunserer Flüsse, mehrere Schuh unter der Oberfläche des Flufsbettes statt fand, sodafs die pfahlreste auch noch dann, wenn die Flüsse sich in der Zukunft vertiefen,für die Schifffahrt keinen Nachtheil bringen können. Zwey Bedingungen müssen je-doch bey dem Abbrechen der pfähle statt finden: l) mufs die wassertiefe wenigstensvier schuh betragen, und 2) der aus dem Grunde hervorstehende rfahltheil einnrittheil länger seyn, als der im Grunde stechende, damit die an dessen oberes Endeangebrachte Kraft vermögend sey, den pfähl gleich über den Boden oder einige Schuhtief in denselben hinein, abzubrechen; denn in dem entgegengesetzten Falle würdeder obere abzusprengende iheil des pfahles , d. i. der Hebelsarm in verhältnifs desin dem Grund stechenden Theiles, nicht lang genug seyn, um eine solche Schwin-gung zu erhalten, vermittelst welcher die Fibern seines Holzes zersprengt werden.
Dieses Abbrechen oder zersprengen der pfähle habe ich durch dreyerley Mittelin Ausübung gebracht, l) Liefs ich um das obere Ende eines Gerüstpfahles das 1 Jzoll dicke zugseil schlingen, und vom Lande aus mit 46 Mann ruchweise anziehen,nachdem dasselbe mit seinem andern Ende um einen säum oder um einen eingeramm-ten pfähl geschlungen war. Dieses Seil würde nämlich seine Spannkraft verlohrenhaben, während die ziehenden Arbeiter sich vorwärts bücken; es mufste daher dasum den Baum geschlungene Seilende von 8 oder 10 Mann stets straff angezogenwerden. Mit 23 oder 24 Rucken oder Anziehungen brachen die pfähle, bey einemsehr festen Grunde oberhalb dem Flufsbette, und bey einem nachgebenden, 3 bis 8Fufs im Boden. Zu jeder Anziehung wurden 4 bis 5 Sekunden gebraucht, so dafsallemal ein pfähl in einer Minute 40 Sekunden abgesprengt war. Ja bey Abspren-gung von 31 Gerüstpfählen der neuen Bogenbrücke zu iseu-oettingen von fünf oeflf-