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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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strebt, zeigt auch das Flofsholz; das wasser, und besonders das viel Kiesel führendeFlufswasser, laugen diesen saft gleichsam aus, und daher widersteht das geflöfste Na-delholz, weder in der nuft, noch im Innern der Gebäude, der Verwesung lange, darinsetzt sich leicht der schwamm an und es geht schnell in Fäulnifs über, wenn es solange im kalchigten wasser gelegen hat, dafs dessen Saft aufgelöst und ausgezogenist. Ja das geflöfste Brennholz verliert, wie jedermann weifs, an Güte , das ist, ausdemselben ist dieser resinöse Saft und sein harziges wesen entbunden. Man siehthieraus, wie nothwendig es sey: die Flofsanstalten unter öffentlicher Aufsicht zu stel-len; denn gegenwärtig lassen die Flosser Monate lang das hoIz in den Flüssen! Dochwas kümmert dies mancher Behörde, da sie ja ihr eigenes Flofsholz verderben läfst!Will man das lange zeit geflöfste hoIz biegen, so bricht es leicht, es ist daher zuden curven der Bogenbrücken nicht zu empfehlen, es sey denn, dafs es nur 8 Tage indem Kalch-wasser unserer Flüsse gelegen hätte. So habe ich mit einer 44 1- schuh langen, 15" starken, auf der Isar geflöfsten ranne den versuch gemacht, Ihre Fi-bern fingen bereits hey 15" 3'" Krümmung oder Bogenhöhe gänzlich zu zerreissen,während die Krümmungshöhe einer aus dem walde auf der Axe angefahrnen ebenso starken Tanne, womit der Krümmungs-versuch gemacht wurde, 23 zoll gebogenward, bis sich ihre Fibern trennten.

$. 13. Die Auswahl der Baumstämme ist öfters sehr schwierig, wiewohl mannach der Beschaffenheit des Bodens auf die Güte des Holzes, im Allgemeinen, schliefsenkann, indem alles auf sumpfigen und feuchten Boden stehende Holz nicht von derHärte ist, als das auf trockenen Boden gewachsene, welches erstere zwar schnellerwächst, aber auch eben so schnell in Gahrung und Fäulnifs übergeht, daher nicht soviel resinöse gegen die Fäulnifs schützende Bestandtheile enthält, als das letztere.

Wiewohl wir nun gleich an einem Baume seinen fehlerhaften zustand dadurcherkennen, a) wenn seine Blätter oder Nadeln ungewöhnlich gelb sind, b) wenn derBaum-zopf trocken ist oder dürre zweige hat: so sind auch mehrere nachtheiligeEigenschaften derer im walde stehenden Bäume schwer aufzufinden, wo nicht garunsern Augen entzogen. Gewöhnlich schlägt man auf eine von der ainde entblöfstestelle mit einem Hammer oder der Axt, und giebt dieser schlag keinen reinen Klang,so hat der Baum hohle und faule stellen. Durch dieses, auf der Südseite zu bewir-kende Anschlägen (weil hier der Baum gewöhnlich weicher als an der Nordseite ist) miteinem eisernen Hammer, kann man die Beschaffenheit eines gefällten Baumstammesgenauer erkennen, denn die Fortpflanzung durch die in Schwingung gesetzten Fibernist unglaublich schnell und sicher, worüber ich bey den Bogenbrücken mehrere ver-suche angestellt habe. Ohngeachtet 400 schuh lange Brücken aus vielen gekrümmten,verticalstehenden, und schief liegenden Holzern bestehen, so wurde doch der schalloder das Anklopfen mit einem Hammer, welches an dem einen Ende der Brückegeschah, auf dem entgegengesetzten Ende in dem zeitraume einer senunde wahrge-U. Bd. Ö4