Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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nommen. Man kann daher, bey dem gehauenen Holze, von der Fortpflanzung desSchalles oder der Schwingung der Fibern, urtheilen; ob es ein gewundenes weiches•Holz ist, weil alsdann der schall sich dumpf äufsert. Diese Erschütterung der Fibernist vorzüglich bey den Decken der Kirchen und concert-sälen wichtig, weil eine Boh-lendecke den schall vermehrt und fortpflanzet. Besonders ist dabey anzurathen, dieDecke mit Gyps zu überziehen, und oben mit Spreu, zerschnittenem Heu und Thonzu bedecken, damit der schall sich nicht verliert; also müssen zu diesen Deckenaus gesundem Holze bestehende Bretter genommen werden.

Folgende, die Fehler des Holzes andeutenden Zeichen sind sichtbar: nämlich a) wenndie ninde von Würmern zerfressen ist oder einzelne grofse Locher hat, b) wenn sichmoos- und Masergewächse auf der ninde des Schaftes und auf die zweige ansetzen,c) wenn der Baum gegen die wurzeln ungewöhnlich dick und von unten an krummgewachsen ist, d) Wenn die Rinde Risse hat, die oft von grofsen starken Frösten,oder von der nage der Fasern (worüber ich bald mehr sagen werde) entstehen undtief in den Stamm, selbst bis zum nern, hineingehen können, e) wenn die nindesich spiralförmig gedreht hat, f) wenn der Stamm grofse Astlöcher und viele hervor-stehende Aeste hat, g) wenn die wurzeln faul, spröde und ungewönlich klein sind;endlich h) wenn der Baum von unten an krumm und zugleich auf der einen Seiteerhoben gewachsen oder an der einen Seite concav, an der andern aber convex ist.

Dieser erhabene xheil enthält weiche Fasern, und der gemeine Mann nennt sol-ches Holz speckig, und einen solchen stamm einen speckigen stamm. Derselbe kannnicht gerade behauen , und auf der sägmühle mufs die eonvexe Seite oben gelegtwerden, um nicht schlechte Bretter, die sich schnell werfen, zu erhalten. Setzt maneine Handsäge auf die convexe Seite dieses Baumes , und macht man einen Horizon-talschnitt, so geben sich die Fasern dergestalt zusammen, so dafs es ohne besondereHÜlfsmittel kaum möglich ist, ihn durchzuschneiden, welches ein Beweis von derunnatürlichen Lage der Fasern abgibt. Es mufs daher der schnitt auf der concavenSeite angefangen werden. Gewöhnlich krümmen sich dergleichen Bäume nach derMittagseite zu, und sie haben so wie alle übrigen , auf der Nordseite, die härtestenFasern. Solche Bäume können also zu dem Bauholze auch schon deswegen nichtgebraucht werden, weil alles vierkantige nolz nach dem schnurschlage gleichförmig,und mit scharfen Kanten zugehauen werden mufs. Zu Rammpfahlen taugen sie garnicht, weil die schief liegenden Fibern den schlag der Ramme nicht vertical empfan-gen, und solche so gewachsene Bäume von dem verticalen stände sich stets abzuwei-chen streben. Ja ! ein so von unten auf nach der krummen Linie gewachsener säumwendet sich, wenn er gleich gerade und vierkantig behauen ist, auf die unterlager desBauplatzes, nach einigen Tagen, so dafs er sich wieder durchbiegt, ohne von einerLast beschwert zu seyn; also taugt dieser wuchs nicht zum Bauholze.