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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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<$. 14. Ist ein Baum von der Rinde befreyt, und hat er sonst ein gesundes au*sehen, so bezeichnen entweder die vielen und tiefen Risse eine fehlerhafte tage sei-ner Fibern, wodurch die Tragkraft, Elasticität und Dauer verringert wird, oder esdeuten die Abweichung dieser Risse von der AXe des Baumes, die nage seiner Fibernan, und ich verweise deswegen auf das , was ich im folgenden §. vortragen werde.

Wenn gleich der Ingenieur das ganz gesunde und durchaus geradfibrige hoIzauswählen wird, welches auf dem Bauplatze wenig Risse bekömmt, und die sich leichtzugeben, wenn man das hoIz stark anfeuchtet; so ist derselbe dennoch öfters genö-thiget, von dieser Regel abzuweichen! Untersucht man nämlich die nage der Fasern,so wird man dieselbe selten mit der Axe des Stammes parallel laufend finden. Sieweichen nämlich bald von der Linken zur Rechten , bald von der Rechten zur zin-ken dieser Axe ab. Wer mit der Natur des Holzes nicht vertraut ist, nennt einensolchen säum blos einen gewundenen oder windbrüchigen, schiefrigen Baum, undhält dafür , dafs die heftigen winde, indem sie auf die zweige wirken , die Faserndes Holzes gedreht haben- Aber ich werde bald zeigen, dafs bey diesen Abweichun-gen der Fasern von der Axe des Stammes, ein grofser unterschied statt findet, unddafs dieses hoIz nicht allemal windbriichiges , schiefriges oder gewundenes hoIz ist,wobey diese Abweichung statt findet; denn dieses darf man, vorzüglich zu den bo-genhölzern und pfählen einer Brücke nicht wählen. Bey demselben laufen die Fibernnicht nach der Länge des Stammes , sondern durchaus schräg. Es trägt und spanntsich daher ungleichförmig, und dabey sind allemal alle Fasern nach einer Richtunggewunden. Im windbrüchigen hoIz werden auch ohne zweifei die Fasern gedreht,indem der wind auf die zweige wirkt, und der Baum wird so im geraden wüchsegehemmt. Man kann dieses hoIz wahres gewundenes Holz nennen. Gewöhnlichwachsen diejenigen Bäüme, welche nicht in geschlossenen, d. i., in dickigten Wal-dungen stehen, windbrüchig. Man sieht daher wie wichtig es ist, die Holzer nichtstark auszuhauen oder zu lichten ! Die windbrüchigen und ganz gewundenen, unddie schieffibrigen Bäume sind nicht zum Brückenbau tauglich. Es strebt sich auch,nach kurzer zeit, zu drehen , und zwar mit dem zopfende zuerst, so dafs, wennman behauene Bauhölzer von der Art, auf dem zimmerplatz sechs Wochen liegenläfst, dieselben schon merklich auf ihre unterlager gewendet sind. In diesem zustan-de nennt man dasselbe: hoIz , das sich dreht , (bois qui se tourne.) Die Kräfte,welche die gewundenen Holzfibern äufsern, sind so bedeutend, dafs, wenn man vieleHölzer der Art zu einer Bogenbrücke brauchen wollte, die Festigkeit darunter leidenkönnte.

§. 15. Nachdem wir das gewundene hoIz betrachtet haben, so wollen wir das schief -fibrigte näher analysiren. Vorzüglich finden, in den gebirgigten Gegenden, zweyer-ley Abweichungen der Fasern von der Richtung der Axe des Schaftes statt. Entblöfstman nämlich verschiedene stamme von der ainde, so wird man gewahr, dafs, wie

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