Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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der Bohrung beschäftigt. In der stunde ging der Bohrer 64 1- ninien ln den Grund;um 26 schuh einzugehen, mufste er 52mal herausgehoben werden. Jedes Aushebennahm 21 ff Minuten zeit, also IQ stunden, und 30 Stunden wurde gebohrt. DieAusgabe für diese Arbeiter betrug für den pfähl zwey und dreyfsig Gulden.

28. Steine, die vom wa'sser frey liegen und klüftig sind, werden mit Brech-stangen ; durch Feuersgewalt, oder mit Keilen gesprengt. Aber auch harte steinesprengt man mit letzteren , wenn sie regelmäfsige Flächen und Körper formiren sol-len, und zwar so, wie diefs auf der 104 Seite, beschrieben ist. Oefters findensich in den Felsmassen Risse, wo man nur die Brechstangen und Keile einsetzenkann. Eey letzteren werden jedoch die sogenUnnten Eisenblech - Federn, die manauf jede seile der steinspalte legt, um dazwischen den eisernen Keil einzutreiben,gute Dienste leisten, Weil der Keil längs denselben leichter eingetrieben werden kann,als an der rauhen stein-rläche. Man steckt dann mehrere Keile zugleich in die spalte»und schlägt bald auf den einen, bald auf den andern mit dem Schlägel. GrofseFelsenmassen mögen mit sehr grofsen Keilen gesprengt werden, wenn man eine leichtbewegliche Ramm - Maschine über den Felsen stellen kann ! Es versteht sich jedoch,dafs man nur daselbst diese Methode anwendet, wo die Felsen viele Klüfte haben,welche das sprengen mit Pulver verhindern, indem sie dessen Explosionskraft unter-brechen.

$. 20. Unter wasser wird das klüftige Gestein folgender Maafsen, ohne Pulver,gesprengt. Nachdem man über den stein ein kleines Flofs vor Anker oder an pfäh-len befestiget hat, wird zuerst die Form des Steines sondirt, und auf der höchstenStelle der Bohrer angesetzt. Dessen Kopf mag 2 bis 3 zoll breit seyn , folglich ein2 bis 3 zoll weites Bohrloch aushöhlen, indem ein oder zwey Arbeiter auf dessenaus dem wasser hervorragenden stiel, mit 6 pfünd schweren Hämmern schlagen, undein dritter Arbeiter diesen Bohrstiel, folglich den Bohrer, nach jedem schlage dreht.Auf diese weise wird das Bohrloch 18 bis 30 zoll tief, und je nach der Härte desSteins noch tiefer ausgebohrt. Jetzt setzen zwey Arbeiter in das Bohrloch zwey aneisernen, aus dem wasser hervorragenden Stangen geschmiedete und gestählte Keile,deren eine Seite nach dem umfange des Bohrloches abgerundet, und deren andereSeite abgeschrägt ist. Zwischen diesen wird ein dritter an einer eisernen Stange ge-schmiedeter ueil, die genau auf dessen Mittellinie vertical stehen mufs, herunter ge-«choben. Auf den Stiel dieses Keils schlagen nun zwey Mann mit Hämmern, wäh-rend der dritte ihn vertical hält, und die so lange fortfahren, bis der stein springt.Diese Sprengung wird jedoch dadurch sehr erleichtert, wenn auf gewissen, durchdie FArfahrung., je nach der Härte des Steins ausgemittelten Abständen, mehrere Bohr-löcher gemacht, und die Keile zu gleicher zeit darin eingetrieben werden. Es ver-steht sich, dafs die Keilstangen kleine Ringe haben, die man an das Flofs anbindet,damit sie, wenn der stein springt, nicht in den rlufs fallen.